Der Kreml hat zunehmend auf ausländische Rekruten gesetzt, um seine Reihen zu verstärken.
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Von Gefangenen bis zu Freiwilligen aus dem Ausland hat Moskau Personal jenseits seiner Grenzen angeworben. Nun hat ein afrikanisches Land die menschlichen Kosten dieses Engagements offengelegt.
Ghanas Außenminister Samuel Okudzeto Ablakwa erklärte, dass 55 ghanaische Staatsbürger im Kampf auf russischer Seite in der Ukraine ums Leben gekommen sind. Insgesamt sollen 272 Ghanaer an die Front gereist sein.
Die Zahlen wurden nach Ablakwas Besuch in Kyjiw bestätigt, wo das Thema mit ukrainischen Vertretern erörtert wurde.
Ausländische Kämpfer offengelegt
Nach Angaben des Ministers haben die Todesfälle in Ghana große Besorgnis ausgelöst und die Frage verschärft, wie die eigenen Staatsbürger in diesen Konflikt geraten sind.
Trotz Berichten, wonach Hunderte sich den russischen Streitkräften angeschlossen haben, hat sich Ghana politisch nicht an Moskau angenähert. Bei den Vereinten Nationen unterstützte Accra Resolutionen, die zu einem Waffenstillstand und zur Achtung der Souveränität der Ukraine aufrufen.
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Die Haltung der Regierung entspricht einem breiteren Muster einiger afrikanischer Staaten, die den Kreml diplomatisch nicht unterstützen, auch wenn einzelne Bürger auf dem Schlachtfeld auftauchen.
Angespannte Beziehungen
Die Beziehungen zwischen Ghana und Russland sollen sich zudem nach einem separaten diplomatischen Streitfall um einen russischen Staatsbürger weiter abgekühlt haben, was die ohnehin heikle Beziehung zusätzlich belastet.
Gleichzeitig baut Ghana seine Kontakte zur Ukraine über die Diplomatie hinaus aus. In Accra wird erwogen, ukrainische Drohnen zu erwerben, um die Überwachung der Grenzen zu verbessern.
Eine solche Zusammenarbeit könnte in Westafrika strategische Bedeutung haben, insbesondere angesichts regionaler Sicherheitsherausforderungen unter Einbeziehung der Nachbarländer Burkina Faso und Togo.
Kriegsgefangene
Während seines Besuchs in Kyjiw traf Ablakwa Präsident Wolodymyr Selenskyj und setzte sich für die Freilassung von zwei ghanaischen Staatsbürgern ein, die sich derzeit als Kriegsgefangene in Haft befinden.
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Die ghanaischen Behörden erklärten, ihre Rückkehr habe Priorität, und forderten einen humanitären Ansatz.
Das Thema ist nun Teil umfassenderer diplomatischer Bemühungen zwischen Accra und Kyjiw, während Ghana mit den Folgen der Beteiligung seiner Staatsbürger am Krieg umgeht.
Quellen: O2