Als Wladimir Putin das vom Kreml als „spezielle Militäroperation“ bezeichnete Vorgehen startete, gingen viele in Moskau offenbar von einem schnellen Sieg aus.
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Stattdessen zieht sich der Konflikt inzwischen in sein fünftes Jahr und hat sich zu einem zermürbenden Abnutzungskrieg entwickelt.
Nun hat die Ukraine nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj russische Militärpläne erhalten, in denen Moskaus beabsichtigte Offensiven für die kommenden zwei Jahre und darüber hinaus skizziert sind.
Pläne bis 2027
Im Gespräch mit Journalisten erklärte Selenskyj laut Ukrinform, die Ukraine habe russische Dokumente erhalten, die militärische Ziele für 2025, 2026 und 2027 umfassen.
„Wir haben Dokumente erhalten, Pläne für 2025–2026–2027 – für 2025 sind sie etwas veraltet. Wir sehen, dass sie ihre Ziele nicht erreicht haben. Wir haben auch [Pläne für] 2026–2027 erhalten. Wir verstehen, was sie wollen“, sagte er.
Der Präsident betonte, dass Moskaus Kernziele unverändert geblieben seien, insbesondere im Osten und Süden der Ukraine.
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Strategische Richtungen
„Wir verstehen, dass ihre Richtungen weiterhin relevant sind – die Besetzung des Ostens unseres Staates, nämlich der Regionen Donezk und Luhansk. Sie wollen zweifellos in Richtung der Region Saporischschja weitergehen und auch in Richtung Dnipro. Es ist schwierig für sie, aber sie haben auch die Region Odessa im Blick“, sagte Selenskyj.
Er fügte hinzu, dass die Dokumente nicht die aktuellen Realitäten auf dem Schlachtfeld widerspiegeln.
„Wir sehen diese Richtungen. Aber diese Karten haben derzeit nichts mit der Realität zu tun, weil sie die Aufgaben nicht erfüllen können“, sagte er laut Ukrinform.
Frühjahrsoffensive ins Stocken geraten
Selenskyj erklärte, Russland habe eine Frühjahrsoffensive vorbereitet, die von zusätzlichen Gebietsgewinnen bis Ende 2025 abhängig gewesen sei.
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Diese Ziele habe Moskau jedoch nicht erreicht.
„Ihre Karten entsprechen nicht der Realität – weder was unsere Kräfte betrifft noch ihre eigenen. Sie können die März-Offensive nicht so beginnen, wie sie es geplant hatten“, sagte Selenskyj.
Er betonte, dass Russland zwar beabsichtige, die Angriffe fortzusetzen, jedoch nicht über ausreichende Stärke verfüge, um seine Pläne vollständig umzusetzen.
Durchhaltefähigkeit im Krieg
Frühere Berichte deuteten darauf hin, dass Russland seinen Krieg trotz wirtschaftlicher Belastungen und Personalmangels bis 2026 fortsetzen könnte.
Schätzungen zufolge stellte Moskau im Jahr 2025 rund 171 Milliarden Euro für Verteidigung bereit, was etwa 7,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht, nach mehreren Jahren stark steigender Militärausgaben.
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Dennoch argumentieren ukrainische Vertreter, dass langfristige strategische Planungen nicht zwangsläufig zu operativen Erfolgen auf dem Schlachtfeld führen.
Quellen: Ukrinform, United24Media.