Das Urteil folgt auf einen Prozess, der Ereignisse bei einer privaten Zusammenkunft untersuchte, während die Angeklagte noch ein öffentliches Amt bekleidete. Eine Anhörung zur Strafzumessung ist in den kommenden Wochen angesetzt, während der Fall weiterhin auch außerhalb der Stadt Aufmerksamkeit erregt.
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Die Einwohner von DeRidder, einer kleinen Gemeinde im Südwesten Louisianas nahe der Grenze zu Texas, versuchen noch immer, den Fall einer ihrer sichtbarsten lokalen Führungspersönlichkeiten zu begreifen. Nur wenige Jahre zuvor hatte die Stadt mit rund 10.000 Einwohnern ihre erste Bürgermeisterin gewählt.
Nun wartet sie auf das Strafmaß nach einer strafrechtlichen Verurteilung, die ihre politische Karriere abrupt beendete.
Der Fall wurde schnell zu einem der meistdiskutierten Gerichtsverfahren in der Region.
Das Urteil
Misty Roberts, 43, wurde von einer Jury wegen zweier schwerer Straftaten im Zusammenhang mit einem 16-jährigen Jungen schuldig gesprochen, berichteten The Guardian und 20 Minutes.
Die Anklagepunkte lauteten auf „carnal knowledge of a juvenile“ – ein Straftatbestand nach dem Recht von Louisiana, der als Form gesetzlicher Vergewaltigung gilt – sowie auf unsittliches Verhalten gegenüber einem Minderjährigen.
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Die Geschworenen kamen nach einem siebentägigen Prozess in weniger als einer Stunde zu einem Urteil, berichtete The Guardian. Die Verkündung des Strafmaßes ist für den 17. April angesetzt.
Sie bleibt bis zu dieser Anhörung auf freiem Fuß. Das Gericht erklärte laut der britischen Zeitung, dass sie vor Beginn des Prozesses eine Kaution in Höhe von 75.000 US-Dollar hinterlegt hatte.
Roberts gewann das Bürgermeisteramt erstmals im Jahr 2018 und wurde 2022 wiedergewählt. Kurz nachdem die Behörden Ermittlungen zu den Vorwürfen aufgenommen hatten, trat sie zurück.
Der Prozess
Die Anklage geht auf eine Poolparty im Juli 2024 im Haus von Roberts zurück, während sie noch als Bürgermeisterin amtierte.
Zeugenaussagen zufolge hatte der Teenager an diesem Abend stark Alkohol getrunken und lag nach dem Recht von Louisiana unter dem gesetzlichen Alter, um in sexuelle Handlungen mit Roberts einzuwilligen, berichteten Medien.
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Er sagte vor den Geschworenen aus, Roberts habe mit ihm „geflirtet“, bevor sie ihn küsste. Später habe sie ihn im Obergeschoss vergewaltigt.
Die Verteidigung argumentierte dagegen, der Geschlechtsverkehr sei einvernehmlich gewesen.
Die Staatsanwaltschaft hingegen erklärte, die Aussagen und Beweise ergäben zusammen ein klareres Bild dessen, was geschehen sei. Familienmitglieder, darunter Roberts’ Kinder und ihr Neffe, sagten aus, sie hätten die beiden während der Feier zusammen gesehen, obwohl sie den Übergriff selbst nicht beobachtet hätten.
Die Verteidigung stellte Teile der Ermittlungen infrage. 20 Minutes schrieb, Roberts’ Anwalt habe argumentiert, die Polizei habe Überwachungsvideos, DNA-Tests und bestimmte Zeugenaussagen nicht vollständig ausgewertet.
Beweise und Folgen
Die Geschworenen sahen außerdem Fotos, die während der Party aufgenommen wurden und Roberts zusammen mit dem Teenager zeigen, berichtete der lokale Fernsehsender KPLC.
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Ein DoorDash-Fahrer sagte aus, er habe später in derselben Nacht das Notfallverhütungsmittel Plan B zu dem Haus geliefert. Auch Nachrichten, die während des Verfahrens vorgelegt wurden, wurden zu einem zentralen Bestandteil des Falls.
Eine Nachricht lautete: „Lüge, bis du stirbst.“ Roberts’ Ex-Ehemann sagte aus, sie habe zugegeben, was geschehen sei, und eine weitere Nachricht, die in der Gerichtsberichterstattung zitiert wurde, lautete: „Ich habe Mist gebaut. Und ich respektiere dich genug, um es dir zu sagen.“
Der Junge sagte außerdem aus, er habe Roberts später während eines Streits rufen hören: „Geh und kämpf mit deinem Freund – er ist derjenige, der es getan hat.“
Roberts’ Anwälte erklärten, sie respektierten das Urteil, seien jedoch „enttäuscht“. Sie fügten hinzu: „Wir bitten die Öffentlichkeit, sich daran zu erinnern, dass hinter jeder Schlagzeile ein realer Mensch und eine Familie stehen, die dies durchleben.“
Für DeRidder markiert der Fall eine dramatische Wende für eine Führungsperson, die einst einen Meilenstein in der politischen Geschichte der Stadt darstellte.
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Quellen: The Guardian, 20 Minutes, KPLC