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Irans Raketenarsenal steht vor einer Bewährungsprobe im Krieg

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Die zunehmenden Angriffe werfen Fragen über das Gleichgewicht der militärischen Ressourcen in der Region auf. Analysten beobachten immer genauer, wie lange jede Seite das Operationstempo aufrechterhalten kann, während sich die Konfrontation weiterentwickelt.

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Der Krieg, an dem Iran, Israel und die Vereinigten Staaten beteiligt sind, ist in eine neue Phase eingetreten, da Luftangriffe und Raketenangriffe in der gesamten Region anhalten. Was Anfang dieses Monats als Austausch von Angriffen begann, entwickelt sich zunehmend zu einem Wettbewerb um Ressourcen und Durchhaltefähigkeit.

Eine Frage dominiert die militärischen Einschätzungen: Wie lange kann Teheran seine Raketenoffensive aufrechterhalten?

Niemand weiß es mit Sicherheit. Selbst Geheimdienste räumen ein, dass der verbleibende Raketenbestand Irans ungewiss ist.

Drohnen prägen das Schlachtfeld

Irans Strategie stützt sich stark sowohl auf unbemannte Fluggeräte als auch auf Raketen. Wellen von Angriffsdrohnen sind zu einem der sichtbarsten Instrumente geworden, die Teheran während des Krieges einsetzt.

Verteidigungsanalysten, die vom polnischen Verteidigungsportal Portalobronny zitiert werden, sagen, dass Iran bislang etwa 3.000 Angriffsdrohnen gestartet hat. Die meisten sollen Systeme des Typs Shahed-136 sein – derselbe Typ, der von russischen Streitkräften im Krieg in der Ukraine in großem Umfang eingesetzt wurde.

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Diese Drohnen sind im Vergleich zu ballistischen Raketen relativ günstig. Ihr eigentlicher Wert liegt in ihrer Anzahl. Große Drohnenangriffe können Gegner dazu zwingen, teure Abfangraketen einzusetzen, wodurch Luftverteidigungsnetze nach und nach belastet werden.

Abnutzungskriege hängen selten von nur einem Waffensystem ab. In dieser Kampagne scheinen Drohnen die Rolle von Druckmitteln zu übernehmen, während fortschrittlichere Raketen selektiver eingesetzt werden.

Die Ukraine, die seit Jahren ihre Städte gegen Shahed-Angriffe verteidigt, könnte diese Erfahrung bald mit Partnern im Nahen Osten teilen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte laut dem polnischen Portal, dass Gespräche über eine Zusammenarbeit laufen. „Wenn wir über die Aufstockung bestimmter Ressourcen sprechen, möchten wir wirklich, dass es eine Straße in beide Richtungen ist.“

Die Rolle von Langstreckenraketen

Ballistische Raketen bleiben das Rückgrat von Irans militärischer Abschreckung. Das Land hat jahrzehntelang in sie investiert, um seine alternde Luftwaffe zu kompensieren und die Fähigkeit zu behalten, entfernte Ziele anzugreifen.

Irans Raketenarsenal gilt weithin als das größte im Nahen Osten. Analysten schätzen laut Portalobronny, dass Teheran vor Beginn des Krieges zwischen 3.000 und 10.000 ballistischen Raketen besaß.

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Solche Waffen sind seit Langem ein zentraler Bestandteil der iranischen Strategie. Sie ermöglichen es dem Land, Ziele in der gesamten Region zu bedrohen, ohne auf moderne Kampfflugzeuge angewiesen zu sein.

Ein häufig diskutiertes System ist die Rakete Khorramshahr-4. Die Rakete soll mit dem nordkoreanischen Entwurf Hwasong-10 in Verbindung stehen und ist Teil von Irans Mittelstreckenfähigkeit.

Ihre geschätzte Reichweite von etwa 2.000 Kilometern bedeutet, dass sie Israel erreichen kann, selbst wenn sie tief aus dem iranischen Staatsgebiet gestartet wird.

Anzeichen für eine langsamere Kampagne

Trotz dieses großen Arsenals hat Irans Raketenaktivität seit der ersten Phase des Krieges deutlich nachgelassen.

Portalobronny berichtet, dass Vergeltungsstarts im Vergleich zu den ersten Tagen der Kampagne um etwa 90 Prozent zurückgegangen sind. Analysten sind sich über die Gründe weiterhin uneinig.

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Einige glauben, dass Teheran seine Angriffe bewusst drosselt, um Raketen für eine längere Konfrontation zu sparen. Andere sagen, wiederholte israelische und amerikanische Angriffe könnten Startsysteme beschädigt oder Produktionsanlagen gestört haben.

Die Times of Israel berichtete unter Berufung auf Informationen der israelischen Verteidigungsstreitkräfte, dass Iran seit Beginn des Krieges rund 550 ballistische Raketen auf israelische und amerikanische Ziele abgefeuert hat.

In einem langen Krieg könnten allein die Lagerbestände nicht über den Ausgang entscheiden. Produktionskapazitäten, Lieferketten und die Fähigkeit, verlorene Ausrüstung zu ersetzen, könnten ebenso wichtig werden.

Quellen: Portalobronny, The Times of Israel

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