Eine sich zuspitzende Krise im Nahen Osten beginnt, weit über die Region hinaus Wirkung zu zeigen, wobei Experten vor ernsten Folgen andernorts warnen. Länder in Afrika stellen sich nun auf wirtschaftliche Belastungen ein, da wichtige Lieferketten unter Druck geraten.
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The Guardian berichtet, dass mit dem Iran-Konflikt verbundene Störungen den Fluss wichtiger Güter durch die Straße von Hormus gefährden, eine zentrale Route für den globalen Handel. Die Wasserstraße ist nicht nur für Öllieferungen entscheidend, sondern auch für Düngemittelexporte, auf die viele afrikanische Länder angewiesen sind.
Diese Abhängigkeit macht mehrere Länder anfällig, insbesondere dort, wo Landwirtschaft und Haushaltsausgaben eng mit importierten Betriebsmitteln verknüpft sind.
Engpass bei Düngemitteln
Laut der UN-Handels- und Entwicklungsorganisation (UNCTAD) gelangt ein erheblicher Anteil der Düngemittelimporte afrikanischer Länder über den Golf.
The Guardian berichtet, dass etwa 54 % der Düngemittelimporte des Sudan über diese Route laufen, ebenso wie 30 % für Somalia und 26 % für Kenia.
Rund ein Drittel des weltweiten seegestützten Düngemittelhandels passiert die Straße von Hormus, wodurch jede Störung besonders starke Auswirkungen auf landwirtschaftliche Systeme hat.
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Steigende Kosten
Die Preise für Düngemittel sind seit der Eskalation des Konflikts stark gestiegen, was Sorgen hinsichtlich der Nahrungsmittelproduktion und -erschwinglichkeit auslöst.
UNCTAD warnt, dass höhere Inputkosten in Verbindung mit steigenden Öl- und Gaspreisen die Lebensmittelpreise erhöhen und den Druck durch steigende Lebenshaltungskosten verstärken könnten.
„Jegliche Störungen, jegliche Schocks betreffen uns letztlich alle“, sagte Jervin Naidoo von Oxford Economics Africa.
XN Iraki von der Universität Nairobi ergänzte, dass die Auswirkungen aufgrund der weit verbreiteten Einkommensinstabilität auf dem Kontinent „besonders stark“ zu spüren sein werden.
Reaktionen der Regierungen
Behörden in ganz Afrika ergreifen Maßnahmen, um mögliche Engpässe und Preisschocks zu bewältigen.
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The Guardian berichtet, dass Kenia im Voraus Treibstoffimporte gesichert hat, während Tansania seine Kraftstoffreserven stärkt.
Äthiopien hat Subventionen eingeführt, um steigende Kosten abzufedern, und Sambia hat vor Hamsterkäufen von Treibstoff gewarnt.
Weiterreichende Auswirkungen
Experten warnen, dass strukturelle Schwächen, darunter die Abhängigkeit von Importen und bestehende Schuldenlasten, viele afrikanische Volkswirtschaften besonders anfällig machen.
Rama Yade vom Atlantic Council sagte, steigende Ölpreise stellten „ernsthafte wirtschaftliche Herausforderungen“ dar und könnten Regierungen zu schwierigen Entscheidungen zwingen, die sozialen Druck auslösen könnten.
Gleichzeitig könnten einige ölproduzierende Länder wie Nigeria und Angola von höheren Preisen profitieren, während andere zu kämpfen haben.
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The Guardian berichtet, dass der Konflikt auch afrikanische Exporte in den Nahen Osten beeinträchtigt, darunter Lebensmittellieferungen aus Ländern wie Kenia.
Quellen: The Guardian, UNCTAD