Eine Serie von Drohnenangriffen brachte am Wochenende den Krieg kurzzeitig in den Luftraum über Moskau – ein Gebiet, das seit Beginn der Invasion weitgehend von anhaltenden Angriffen verschont geblieben ist. Der Zeitpunkt, in dem die Diplomatie stagniert, fügt eine weitere Ebene der Unsicherheit hinzu. Für viele Einwohner war es ein ungewöhnlicher Moment. Und ein lauter.
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Im Vergleich zu den nahezu täglichen Angriffen näher an den Grenzen zur Ukraine sind Vorfälle rund um Moskau bislang sporadisch gewesen. Deshalb sticht dieses Ereignis hervor.
Russische Behörden erklärten, die Luftabwehr sei wiederholt aktiviert worden, als sich Wellen von Drohnen aus verschiedenen Richtungen auf die Hauptstadt zubewegten.
Bürgermeister Sergej Sobjanin schrieb auf Telegram, wie Digi24 berichtet, dass die Abwehrsysteme nahezu ununterbrochen im Einsatz gewesen seien, während das Verteidigungsministerium meldete, dass über Nacht zahlreiche Drohnen in der weiteren Region abgeschossen worden seien.
Menschen in Vororten südlich und westlich der Stadt berichteten, in der Nacht Explosionen gehört zu haben. Die Behörden erklärten, es gebe keine bestätigten Opfer oder schweren Schäden. Die Ukraine hat sich öffentlich nicht geäußert.
Reiseunterbrechungen
Der Flugverkehr gehörte zu den ersten betroffenen Bereichen. Mehrere große Moskauer Flughäfen schränkten den Betrieb ein und ließen Flüge aus Sicherheitsgründen nur unter besonderer Koordination zu, berichtete das rumänische Medium.
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Einige Einwohner berichteten laut The Moscow Times auch, dass der Zugang zu Telegram ohne VPN-Tools erschwert gewesen sei. Ob dies direkt mit den Sicherheitsmaßnahmen zusammenhing, ist unklar, doch die Störung trat zeitgleich auf.
Die wiederholten Angriffe deuten auf eine wachsende Fähigkeit hin, tiefer in russisches Territorium vorzudringen. Ob dies das übergeordnete militärische Lagebild verändert, bleibt zumindest vorerst offen.
Gespräche pausieren
In den Verhandlungen gibt es kaum Bewegung. Eine geplante Gesprächsrunde zwischen Russland, der Ukraine und den Vereinigten Staaten wurde verschoben, berichtet The Moscow Times, da sich die Aufmerksamkeit auf die Spannungen im Nahen Osten verlagert.
Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte: „Amerikanische Unterhändler haben derzeit andere Prioritäten“, und fügte hinzu, dass kein neues Treffen angesetzt worden sei. Zudem sagte er: „[Trump] besteht nachdrücklich darauf, dass Selenskyj ein Abkommen unterzeichnet. Diese Aussagen deuten darauf hin, dass die ukrainische Seite das Haupthindernis ist, das den Friedensprozess verlangsamt.“
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, er hoffe, dass Washington „der Frage des Krieges in der Ukraine nicht den Rücken kehrt“.
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Vorerst unterstreichen die Angriffe etwas Einfaches: Die Entfernung zwischen der Frontlinie und der Hauptstadt ist nicht mehr das, was sie einmal war.
Quellen: Digi24, The Moscow Times