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Falsche Behauptung über ukrainische Waffen taucht in viralem Video aus dem Nahen Osten erneut auf

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Shutterstock

Während die Spannungen im Nahen Osten weltweit Aufmerksamkeit auf sich ziehen, macht eine bekannte Anschuldigung gegen die Ukraine erneut die Runde. Dieses Mal wird sie als Eilmeldung präsentiert und über soziale Plattformen verstärkt verbreitet. Die Behauptung lautet, dass westliche Waffen, die nach Kyjiw geliefert wurden, in iranische Angriffe umgeleitet worden seien. Berichte mehrerer Medien weisen jedoch in eine andere Richtung.

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Beiträge, die auf X und Instagram kursieren, zeigen ein Video, das wie ein Bericht von Al Jazeera gestaltet ist. Darin wird behauptet, dass von den USA und Frankreich an die Ukraine gelieferte Waffen später vom Iran genutzt worden seien, um westliche Ziele anzugreifen.

Solche Plattformen spielen eine zentrale Rolle bei der schnellen Verbreitung ähnlicher Narrative, oft bevor eine Überprüfung erfolgen kann. Der Clip verweist zudem auf eine angebliche Aussage des ehemaligen deutschen Generals Klaus Wittmann.

Für eine solche Aussage gibt es in glaubwürdiger Berichterstattung keinen Nachweis, und ein entsprechender Beitrag findet sich auch nicht auf den offiziellen Kanälen von Al Jazeera. Die Geschichte beginnt nahezu sofort zu zerfallen.

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Beiträge wie dieser, die auf Plattformen wie X und Instagram weit verbreitet werden, kombinieren häufig unbestätigte Behauptungen vom Schlachtfeld mit alarmierender Sprache und wiederverwendetem Bildmaterial, um schnell Aufmerksamkeit zu erlangen.

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Beweise am falschen Ort

Ein Teil des in dem Video verwendeten Materials ist bereits zuvor aufgetaucht, allerdings in ganz anderen Zusammenhängen. Reuters berichtete beispielsweise, dass ein Drohnenangriff eine französische Basis in Erbil im Irak traf, was mit Irans Einsatz eigener UAV-Technologie übereinstimmt.

Das Video lässt dieses Detail jedoch aus. Stattdessen stützt es sich auf nicht zusammenhängendes Bildmaterial, darunter Aufnahmen eines iranischen Angriffs auf Tel Aviv vom 28. Februar 2026, die nichts mit den aufgestellten Behauptungen zu tun haben.

Ein als Beleg für die Umleitung von Waffen präsentiertes Bild lässt sich auf Kyjiw im Jahr 2024 zurückführen. Die Associated Press veröffentlichte es ursprünglich in einem Bericht darüber, dass die Ukraine ihre inländische Waffenproduktion ausweitet.

Zusammengenommen ergeben diese Fragmente eine Erzählung, die auf den ersten Blick überzeugend wirken kann, einer genaueren Prüfung jedoch nicht standhält.

Bekanntes Muster

Ukrinform und andere Medien haben seit 2022 ähnliche Behauptungen dokumentiert, die häufig in Phasen auftreten, in denen die internationale Unterstützung für die Ukraine infrage gestellt wird.

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Das Muster ist nicht neu. Alte Bilder, nicht überprüfbare Zitate und aktuelle Ereignisse werden zu einer Erzählung verknüpft, die darauf abzielt, Zweifel zu säen. Besonders ausgefeilt ist sie nicht, verbreitet sich jedoch schnell.

Was fehlt, ist eine belastbare Grundlage. Es gibt keine verifizierten Berichte, die westliche Waffenlieferungen an die Ukraine mit iranischen Operationen in Verbindung bringen.

Die Geschichte taucht immer wieder auf, jedes Mal leicht neu verpackt. Die Belege dafür bleiben jedoch weiterhin aus.

Quellen: Ukrinform, Reuters

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