Eine neue Momentaufnahme demokratischer Wähler in Kalifornien liefert frühe Hinweise auf die künftige Ausrichtung der Partei. Jahre bevor der nächste Präsidentschaftswahlkampf beginnt, zeichnen sich bereits Spaltungen unter möglichen Kandidaten ab.
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Eine Umfrage des Institute of Governmental Studies der UC Berkeley, über die die Los Angeles Times berichtete, zeigt Gouverneur Gavin Newsom mit einem deutlichen Vorsprung unter registrierten Demokraten in seinem Heimatstaat.
Statt eines dominierenden Favoriten deuten die Ergebnisse jedoch auf ein Feld hin, das sich noch in der Entstehung befindet.
Newsom wird von 28 % der Befragten unterstützt. Der Rest der Stimmen verteilt sich auf mehrere landesweit bekannte Persönlichkeiten, darunter die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez, die eine starke progressive Anhängerschaft aufgebaut hat, sowie der ehemalige Verkehrsminister Pete Buttigieg, ein früherer Präsidentschaftskandidat. Die ehemalige Vizepräsidentin Kamala Harris liegt mit 9 % hinter dieser Gruppe.
Uneinheitliches Bild
Die Zahlen zeigen ebenso viel Unsicherheit wie Dynamik. Kein Kandidat erreicht auch nur annähernd eine Mehrheit, und der Abstand zwischen dem ersten und dem vierten Platz spiegelt sowohl Newsoms Vorsprung als auch das Fehlen einer einheitlichen Präferenz wider.
Gleichzeitig zeigt sich ein bemerkenswerter Widerspruch in Newsoms Position. Seine Zustimmungsrate unter den Wählern in Kalifornien liegt laut derselben Umfrage bei 48 %, was durch einen ebenso hohen Anteil an Ablehnung ausgeglichen wird.
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Mark DiCamillo, Direktor der Berkeley-IGS-Umfrage, betonte trotz dieser Spaltung das Ausmaß seines Vorsprungs. „Das ist ein durchaus positives Ergebnis für Newsom“, sagte er. „Er hat sich klar vom Rest des Feldes abgesetzt, und insbesondere im Vergleich zu der anderen wichtigen Kalifornierin in diesem Zusammenhang liegt er dreimal so hoch wie Kamala. Das ist ziemlich beeindruckend.“
Cristina G. Mora, Co-Direktorin der Umfrage, deutete an, dass sein nationales Profil lokale Unzufriedenheit überwiegen könnte. „Auch wenn die Kalifornier seine Amtszeit als Gouverneur unterschiedlich bewerten, sehen sie in ihm überwiegend das stärkste Gegengewicht zu Trump und MAGA-Kandidaten“, sagte sie.
Wählermuster
Die Aufschlüsselung der Daten zeigt eine Koalition, die alles andere als einheitlich ist. Newsom schneidet bei älteren Demokraten besser ab, während Harris relativ stärkere Unterstützung bei jüngeren Wählern findet, insbesondere bei den unter 30-Jährigen.
Beide Kandidaten erhalten mehr Unterstützung von schwarzen und lateinamerikanischen Wählern als von weißen und asiatisch-amerikanischen Demokraten. Auch geschlechtsspezifische Unterschiede treten hervor, wobei mehr Frauen Newsom zu ihren bevorzugten Kandidaten zählen.
Ein unerwartetes Detail fällt auf: Keiner der Kandidaten dominiert in der Bay Area, trotz ihrer langjährigen politischen Verbindungen zur Region.
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Die Umfrage, die vom 9. bis 14. März unter 5.019 registrierten Wählern auf Englisch und Spanisch durchgeführt wurde, weist eine Fehlermarge von etwa 2,5 Prozentpunkten auf.
Die Ergebnisse fügen sich in ein breiteres Muster früherer Umfragen ein, in denen demokratische Wähler nur begrenzte Begeisterung für eine erneute Präsidentschaftskandidatur von Harris gezeigt haben und zugleich eine vorsichtige Offenheit gegenüber Newsom erkennen lassen.
Ihre politischen Wege haben sich selten direkt gekreuzt, doch ihre unterschiedlichen Profile verdeutlichen nun eine größere Frage für die Partei: ob Erfahrung auf der nationalen Bühne oder ein konfrontativerer Ansatz auf Ebene der Bundesstaaten in den kommenden Jahren stärker Anklang finden wird.
Da die Wahl 2028 noch in weiter Ferne liegt, sind die Ergebnisse weniger als Prognose zu verstehen, sondern vielmehr als früher Hinweis darauf, wie Demokraten in einem Schlüsselstaat beginnen, ihre Optionen abzuwägen.
Quellen: Los Angeles Times