Russland wird wahrscheinlich einige taktische Gewinne erzielen, aber die Kosten werden erheblich sein.
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Die Kämpfe in der Ostukraine scheinen in eine neue Phase einzutreten, da die russischen Streitkräfte ihre Operationen entlang einer kritischen Achse verstärken.
Das Institute for the Study of War (ISW) schätzt, dass es sich um die erwartete russische Frühjahrs- und Sommeroffensive von 2026 handelt, die nun endlich begonnen hat, um tiefere Vorstöße in den sogenannten „Festungsgürtel“ der Ukraine vorzubereiten.
Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass Russland viel mehr als massive Verluste erzielen wird.
Der Festungsgürtel
Der Fokus liegt auf einer Kette befestigter Städte, die seit langem das Rückgrat der ukrainischen Verteidigung in der Region Donezk bilden. Diese Städte sind als „Festungsgürtel“ bekannt.

Ukrainische Beamte berichten, dass russische Streitkräfte Infanterie, gepanzerte Fahrzeuge und leichtere mobile Einheiten in multidirektionalen Angriffen kombinieren.
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Gleichzeitig scheinen die Moskauer Streitkräfte ihre Taktik anzupassen. Anstatt in geschlossenen Formationen vorzurücken, verteilen sie die Einheiten auf mehrere Achsen – ein Schritt, der wahrscheinlich darauf abzielt, die Drohnenabwehr der Ukraine zu erschweren.
Wachsender Druck im Norden
Neben den Bodenangriffen haben die russischen Streitkräfte die Luft- und Drohnenangriffe in der Region verstärkt. Es wird vermutet, dass diese Angriffe auf Logistikrouten und Verteidigungsinfrastruktur abzielen, wodurch die Fähigkeit der Ukraine, Frontpositionen zu halten, geschwächt wird.
Solche koordinierten Angriffe sind Teil einer umfassenderen Schlachtfeldabriegelungskampagne, die darauf abzielt, die Nachschublinien vor größeren Vorstößen zu unterbrechen.
Das ISW schätzt, dass diese verstärkten Operationen um Lyman Teil einer umfassenderen Anstrengung sind, russische Streitkräfte für zukünftige Offensiven gegen Slowjansk und nahegelegene städtische Zentren zu positionieren.
Südlicher Aufbau
Weiter südlich berichtet das ISW, dass Anzeichen für ähnliche Vorbereitungen in der Nähe von Kramatorsk und Kostjantyniwka, einem weiteren wichtigen Abschnitt des ukrainischen Verteidigungsgürtels, auftauchen.
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Ukrainische Beamte berichten von einer Zunahme von Truppenbewegungen, Ausrüstungsverlegungen sowie verstärkter Artillerie- und Drohnenaktivität in diesen Gebieten.
Das ISW stellt fest, dass diese Entwicklungen wahrscheinlich auf Vorbereitungen für eine multidirektionale Offensive hindeuten, die darauf abzielt, die ukrainische Verteidigung zu strapazieren.
Auch die Angriffe auf Transportwege und nahegelegene Siedlungen haben zugenommen, was auf Bemühungen hindeutet, ukrainische Einheiten im Vorfeld möglicher Bodenoperationen zu isolieren.
Kostspielige Fortschritte
Trotz der Eskalation bleibt das ISW skeptisch, was die Fähigkeit Russlands angeht, in diesem Jahr einen entscheidenden Durchbruch zu erzielen.
Die Denkfabrik schätzt, dass die russischen Streitkräfte zwar begrenzte taktische Gewinne erzielen können, diese aber wahrscheinlich mit hohen Kosten verbunden sein werden. Hohe Verluste und anhaltende Personalengpässe könnten die Nachhaltigkeit groß angelegter Angriffe einschränken.
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Die ukrainischen Streitkräfte halten weiterhin in mehreren Gebieten vorteilhaftes Gelände, was die russischen Vorstöße erschwert. Gleichzeitig verstärkt Kiew die Angriffe auf russische Artilleriesysteme und Logistikzentren, um die Offensivdynamik zu unterbrechen.
Insgesamt erwartet das ISW für die kommenden Monate anhaltende Kämpfe, bei denen beide Seiten versuchen, die Bedingungen auf dem Schlachtfeld zu gestalten. Eine rasche oder entscheidende Verschiebung der Kontrolle über die Verteidigungslinie erscheint jedoch unwahrscheinlich.
Quellen: Institute for the Study of War (ISW)