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Der Terrorismus geht zurück, wird jedoch fragmentierter und schwerer vorherzusagen

Governmental military guard in North Africa Cars with armed soldiers desert border Libya Niger
Katja Tsvetkova / Shutterstock.com

Weltweit sterben weniger Menschen bei Terroranschlägen, doch das Gesamtbild ist alles andere als beruhigend. Die neuesten Daten deuten darauf hin, dass der Terrorismus nicht verschwindet, sondern seine Form verändert, sich stärker auf fragile Regionen konzentriert und gleichzeitig an anderen Orten in neuer Weise wieder auftritt.

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Der Global Terrorism Index 2026, veröffentlicht vom Institute for Economics & Peace (IEP) und von El Economista zitiert, zeigt, dass im Jahr 2025 insgesamt 5.582 Menschen bei Terroranschlägen getötet wurden, ein Rückgang um 28 % gegenüber dem Vorjahr. Auch die Zahl der Vorfälle sank um 22 % auf 2.944.

Dies setzt einen längerfristigen Trend fort: Die weltweite Zahl der Todesopfer ist seit ihrem Höchststand von nahezu 11.000 im Jahr 2015 deutlich zurückgegangen.

Der Rückgang ist jedoch stark konzentriert. Rund 70 % aller Todesfälle entfielen auf lediglich fünf Länder, darunter Pakistan, Nigeria und Burkina Faso, was unterstreicht, dass sich der Terrorismus zunehmend auf eine kleinere Zahl konfliktbetroffener Regionen beschränkt.

Die Sahelzone in Subsahara-Afrika steht weiterhin im Zentrum dieses Musters und macht inzwischen den Großteil der terroristisch bedingten Todesfälle aus, da Instabilität, schwache staatliche Strukturen und grenzüberschreitende militante Aktivitäten fortbestehen.

Verschiebung im Westen

Vor dem Hintergrund dieses allgemeinen Rückgangs entwickeln sich die westlichen Länder in die entgegengesetzte Richtung. Die Zahl der Todesfälle stieg im Jahr 2025 auf 57, ein Anstieg um 280 %, so das IEP.

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Obwohl die absoluten Zahlen weiterhin niedrig sind, verändert sich die Art der Anschläge. Der Bericht bringt jüngste Vorfälle mit „Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und politischem Terrorismus“ in Verbindung und hebt die wachsende Bedeutung ideologisch motivierter Gewalt hervor.

„Einzeltäter verübten in den vergangenen fünf Jahren 93 % der tödlichen Terroranschläge im Westen“, heißt es in dem Bericht, der auf eine dezentralisierte Bedrohung hinweist, die für die Behörden schwerer zu erkennen ist.

Auch ein Generationswechsel ist im Gange. „Die Radikalisierung junger Menschen hat sich zu einer der dringendsten Sicherheitsfragen im Westen entwickelt“, stellt der Bericht fest, wobei Online-Inhalte den Prozess beschleunigen und die Zeit bis zur Mobilisierung verkürzen.

Hotspots und Ausblick

Diese Divergenz zwischen den Regionen spiegelt eine umfassendere Umgestaltung des globalen Terrorismus wider.

Laut der spanischen Zeitung ist Pakistan inzwischen das am stärksten betroffene Land und verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 1.139 Todesfälle und über 1.000 Vorfälle, was teilweise auf grenzüberschreitende militante Aktivitäten im Zusammenhang mit den Entwicklungen in Afghanistan zurückzuführen ist.

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In Subsahara-Afrika entwickeln sich die Trends unterschiedlich. Einige Länder verzeichneten Rückgänge, während andere, darunter Nigeria und die Demokratische Republik Kongo, deutliche Anstiege im Zusammenhang mit Gruppen mit Verbindungen zum sogenannten Islamischen Staat verzeichneten.

Der Bericht hebt zudem die Rolle von Konflikten als zentralen Treiber hervor. Nahezu alle Todesfälle durch Terrorismus ereignen sich in Ländern, die bereits von Krieg oder Instabilität betroffen sind, was verdeutlicht, wie Gewalt in fragilen Umgebungen gedeiht.

Mit Blick auf die Zukunft könnten die Risiken wieder steigen. Das IEP warnt, dass geopolitische Spannungen, einschließlich Konflikten unter Beteiligung Irans und seiner regionalen Verbündeten, weitere Anschläge über die traditionellen Brennpunkte hinaus begünstigen könnten.

Der Trend deutet nicht auf ein Verschwinden hin, sondern auf eine Umverteilung. Der Terrorismus wird konzentrierter, fragmentierter und in vielen Fällen weniger vorhersehbar.

Quellen: El Economista; Institute for Economics & Peace – Global Terrorism Index 2026

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