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Rückkehrende Soldaten schüren in ganz Russland Ängste vor Kriminalität

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Dmitriy Kandinskiy / Shutterstock.com

Während Tausende russischer Soldaten aus dem Krieg in der Ukraine zurückkehren, wachsen die Sorgen über die Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit. Berichten zufolge befinden sich unter den Rückkehrern auch Personen mit schwerer krimineller Vergangenheit.

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Das Problem scheint besonders in ärmeren Regionen akut zu sein, wo die Auswirkungen des Krieges direkter spürbar sind.

Steigende Zahlen

Laut Onet zeigten offizielle Zahlen des Kremls, dass bis zum vergangenen Sommer rund 140.000 Soldaten nach Hause zurückgekehrt waren.

Der Politikwissenschaftler Kirill Rogow, zitiert vom Tagesspiegel, schätzt jedoch, dass die tatsächliche Zahl näher bei 600.000 liegen könnte, einschließlich Verwundeter und entlassener Soldaten.

Dieser starke Anstieg hat Bedenken hinsichtlich Wiedereingliederung und Kontrolle ausgelöst.

In großen Städten ist das Problem weniger sichtbar, anderswo wird es jedoch zunehmend schwer zu ignorieren.

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Sorgen über Kriminalität

Berichte deuten darauf hin, dass einige zurückgekehrte Soldaten zuvor wegen schwerer Straftaten verurteilt worden waren.

Diese Personen wurden während des Krieges rekrutiert und durften später in ihre Heimat zurückkehren.

Das unabhängige russische Medium Verstka dokumentierte zwischen 2022 und Ende 2025 mehr als 1.000 Angriffe, an denen zurückgekehrte Soldaten beteiligt waren.

Mindestens 240 dieser Vorfälle wurden als Straftaten eingestuft, viele davon unter Beteiligung ehemaliger Häftlinge.

Befürchtungen von Straflosigkeit

Kritiker warnen, dass die Rechenschaftspflicht begrenzt bleibt.

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„Es herrscht völlige Straflosigkeit“, sagten von Onet zitierte Beobachter und verwiesen auf schwache Durchsetzung und mangelnde Kontrolle.

Die Sorge ist, dass Personen mit gewalttätigem Hintergrund sich nach ihrem Militärdienst vor Konsequenzen geschützt fühlen könnten.

Diese Wahrnehmung, so Analysten, berge das Risiko, bereits anfällige Gemeinschaften weiter zu destabilisieren.

Ungleichmäßige Auswirkungen

Die Folgen sind innerhalb Russlands ungleich verteilt.

Bewohner von Moskau und Sankt Petersburg sind oft von dem Problem abgeschirmt.

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Im Gegensatz dazu sind ärmere Regionen stärker mit zurückkehrenden Kämpfern und den damit verbundenen Herausforderungen konfrontiert.

Die langfristigen Folgen könnten, so Experten, davon abhängen, wie die Behörden auf diese neuen Risiken reagieren.

Quellen: Onet, Tagesspiegel, Verstka