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Studie legt nahe, dass häufige Ejakulation die Fruchtbarkeit verbessern könnte

Studie legt nahe, dass häufige Ejakulation die Fruchtbarkeit verbessern könnte
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Neue Forschung stellt langjährige Empfehlungen für Männer in Fruchtbarkeitsbehandlungen infrage. Wissenschaftler sagen, dass der Zeitpunkt der Ejakulation eine größere Rolle für die Spermiengesundheit spielen könnte als bislang angenommen.

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Eine von Forschern der Universität Oxford geleitete Studie hat ergeben, dass die Spermienqualität abnimmt, je länger sie im Körper gespeichert wird, wie The Guardian berichtet. Die Ergebnisse legen nahe, dass häufigere Ejakulation die Spermiengesundheit verbessern könnte, indem Schäden im Laufe der Zeit reduziert werden.

Die in Proceedings of the Royal Society B veröffentlichte Untersuchung analysierte Daten aus mehr als 100 Studien mit nahezu 55.000 Männern.

Abnahme der Spermienqualität

Die Forscher stellten fest, dass längere Zeiträume ohne Ejakulation mit einer erhöhten DNA-Schädigung und oxidativem Stress in Spermien verbunden sind.

„Bei Männern waren die von uns festgestellten negativen Auswirkungen auf DNA-Schäden und oxidativen Stress in den Spermien recht deutlich, sodass wir zuversichtlich sind, dass es sich um einen biologisch bedeutsamen und wichtigen Effekt handelt“, sagte Studienleiter Dr. Krish Sanghvi.

Diese Veränderungen können die Beweglichkeit und Funktion der Spermien beeinträchtigen, die entscheidend für eine erfolgreiche Befruchtung sind.

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Richtlinien infrage gestellt

Die Ergebnisse stellen die aktuellen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation infrage, die Männern raten, vor Fruchtbarkeitstests oder IVF zwei bis sieben Tage auf Ejakulation zu verzichten.

Laut der Studie wurden diese Richtlinien entwickelt, um die Spermienzahl und nicht deren Qualität zu maximieren.

„Wir empfehlen lediglich, dass Ärzte und Paare überdenken, ob eine lange Abstinenz immer sinnvoll ist, da Abstinenz zu einer Verschlechterung der Spermienqualität führt“, sagte Sanghvi.

Abwägung von Faktoren

Experten betonen, dass sowohl die Anzahl als auch die Qualität der Spermien eine Rolle spielen, wenn es um die Empfängnis geht.

Während längere Abstinenz die Spermienzahl erhöhen kann, könnten kürzere Intervalle gesündere und aktivere Spermien hervorbringen.

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Eine von The Guardian zitierte klinische Studie ergab, dass die Schwangerschaftsraten höher waren, wenn Männer weniger als 48 Stunden auf Ejakulation verzichteten, verglichen mit längeren Zeiträumen.

Experteneinschätzung

Professor Allan Pacey von der Universität Manchester erklärte, dass kürzere Abstinenzzeiten bei assistierter Reproduktion von Vorteil sein könnten.

„Bei kurzer Abstinenz sind die Spermien frischer, beweglicher und weisen geringere DNA-Schäden auf“, sagte er.

Er fügte hinzu, dass die aktuellen Richtlinien zwar für diagnostische Vergleiche weiterhin nützlich seien, jedoch während der Behandlung selbst möglicherweise weniger relevant sind.

Quellen: The Guardian, Proceedings of the Royal Society B

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