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UN-Bericht enthüllt schockierende Deportationen in der besetzten Ukraine

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Ein neuer Bericht der Vereinten Nationen wirft ein Schlaglicht auf den zunehmenden Druck, dem Zivilisten in den von Russland besetzten Gebieten der Ukraine ausgesetzt sind. Offizielle warnen, dass die Lage Teil einer umfassenderen Kampagne von Kontrolle und Zwang ist.

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Die Ergebnisse weisen auf weitreichende Einschränkungen hin, die das tägliche Leben, die Identität und grundlegende Rechte betreffen.

Laut LA.LV, unter Berufung auf das Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte, sind mindestens 100 Menschen aus besetzten Gebieten zwangsweise umgesiedelt oder deportiert worden, nachdem sie sich geweigert hatten, mit den russischen Behörden zusammenzuarbeiten.

Zu den Betroffenen gehören öffentliche Amtsträger, Lehrkräfte, medizinisches Personal, Einsatzkräfte, religiöse Führungspersonen sowie Beschäftigte in wichtigen Infrastruktursektoren.

Druck und Kontrolle

Der Bericht beschreibt systematische Bemühungen, die Bevölkerung zur Übernahme russischer Systeme zu zwingen. Beamte und staatliche Beschäftigte werden dazu gedrängt, russische Gesetze zu befolgen und Vereinbarungen mit den Besatzungsbehörden zu unterzeichnen.

Viele haben sich stattdessen zur Flucht entschieden. Dem Bericht zufolge haben 21.188 Beschäftigte im Bildungswesen, 13.774 medizinische Fachkräfte und 6.500 kommunale Angestellte die besetzten Gebiete verlassen, darunter Tausende mit Bezug zum Kernkraftwerk Saporischschja.

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Gleichzeitig wird das tägliche Leben zunehmend an russische Dokumente geknüpft. Ohne einen russischen Pass sehen sich die Bewohner Einschränkungen beim Zugang zu Gesundheitsversorgung, Renten, Arbeitsplätzen, Eigentumsrechten und sogar bei der Bewegungsfreiheit gegenüber.

Angst und Repression

Die UN-Ergebnisse heben ein Klima der Angst für diejenigen hervor, die sich gegen den Krieg oder die Besatzung äußern.

Dem Bericht zufolge wurden mindestens 12 Personen strafrechtlich verurteilt, während 1.876 weitere administrativen Sanktionen ausgesetzt waren.

Zudem wird vor Bemühungen gewarnt, die ukrainische Identität zu unterdrücken, auch im privaten und familiären Umfeld, mit dem Risiko, wegen des Zeigens nationaler Symbole oder entsprechender Ansichten als „Extremisten“ eingestuft zu werden.

Die Einschränkungen betreffen auch religiöse Gruppen und umfassen Berichte über Repressionen gegen LGBTIQ+-Personen sowie Verbote entsprechender Organisationen.

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Eigentum und Vertreibung

Der Bericht beschreibt Hürden für Menschen, die in ihre Heimat zurückkehren wollen. Ukrainische Staatsbürger müssen über Moskauer Flughäfen einreisen und sogenannte Filterverfahren durchlaufen, wobei einigen die Einreise verweigert oder ein Verbot von bis zu 50 Jahren auferlegt wird.

Auch Eigentumsfragen sind weit verbreitet. Mehr als 38.000 Wohnungen wurden als „potenziell verlassen“ eingestuft, von denen Tausende bereits neu zugewiesen wurden, insbesondere in Mariupol und der Region Donezk.

Die Ergebnisse sollen in Genf vom UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, vor dem Menschenrechtsrat vorgestellt werden, wobei baltische und nordische Länder das Thema voraussichtlich ansprechen werden.

Quellen: LA.LV, Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte

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