Vorwürfe über verdeckte Drucktaktiken hinter den Kulissen kommen auf, während die Spannungen zwischen globalen Mächten zunehmen. Der Präsident der Ukraine hat Moskau beschuldigt, Washington durch einen geheimen Vorschlag beeinflussen zu wollen.
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Die Behauptung fügt der ohnehin komplexen geopolitischen Lage eine neue Dimension hinzu.
Laut Reuters erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj, Russland habe versucht, die Zusammenarbeit im Geheimdienstbereich mit dem Iran als Druckmittel gegenüber den Vereinigten Staaten zu nutzen. Er behauptete, Moskau habe angeboten, den Austausch von Geheimdienstinformationen mit Teheran einzustellen, wenn Washington im Gegenzug die Weitergabe von Informationen an die Ukraine beende.
„Ich habe Berichte unserer Geheimdienste, die zeigen, dass Russland genau das tut und sagt: ‚Ich werde keine Geheimdienstinformationen an den Iran weitergeben, wenn Amerika aufhört, der Ukraine Informationen zu liefern.‘ Ist das nicht Erpressung? Absolut“, sagte Selenskyj.
Spannungen im Geheimdienstbereich
Selenskyj sagte, die ukrainischen Geheimdienste verfügten über das, was er als „unwiderlegbare“ Beweise bezeichnete, dass Russland weiterhin militärische Informationen mit dem Iran teile, machte jedoch keine weiteren Angaben.
Er wies außerdem darauf hin, dass einige iranische Drohnen, die bei Angriffen auf US-Streitkräfte und deren Verbündete im Nahen Osten eingesetzt wurden, Komponenten aus russischer Produktion enthielten.
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Russland hat bestritten, den Iran in seinem andauernden Konflikt mit den Vereinigten Staaten und Israel zu unterstützen. Laut Reuters erklärte Washington, es habe Anfang dieses Monats ähnliche Zusicherungen direkt aus Moskau erhalten.
Weiterreichende Auswirkungen
Die Ukraine sieht sich seit Beginn der großangelegten russischen Invasion im Jahr 2022 Angriffen durch iranisch entwickelte Shahed-Drohnen ausgesetzt. Selenskyj sagte, Kyjiw arbeite nun mit mehreren Golfstaaten zusammen, um vergleichbaren Bedrohungen zu begegnen.
Er nannte Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar als Partner bei den Bemühungen zur Abwehr von Drohnenangriffen.
Ausblick
Selenskyj fügte hinzu, dass die Ukraine hoffe, längerfristige Vereinbarungen mit den Golfstaaten zu treffen, etwa zur Finanzierung der Produktion von Systemen zur Drohnenabwehr oder zur Lieferung zusätzlicher Luftabwehrraketen.
Die Aussagen verdeutlichen die zunehmende Verflechtung der Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten sowie wachsende Sorgen über den Einsatz von Geheimdienstinformationen als geopolitisches Druckmittel.
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Quellen: Reuters