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Kann Russland weiterkämpfen? Analyse untersucht Russlands Fähigkeit, den Krieg in der Ukraine aufrechtzuerhalten

Putin
Gil Corzo / Shutterstock.com

Während sich der Krieg in der Ukraine in ein weiteres Jahr hinzieht, nehmen die Fragen zu, wie lange Russland seine Militärkampagne aufrechterhalten kann. Hinter den Frontlinien zeichnet sich ein komplexes Bild ab.

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Eine neue Analyse deutet darauf hin, dass die Antwort nicht so einfach ist, wie viele annehmen.

Laut dem Carnegie Russia Eurasia Center gelingt es Russland weiterhin, seine Verluste auf dem Schlachtfeld zu ersetzen, selbst während die Opferzahlen steigen. Während einige Schätzungen von mehr als einer Million verlorener Soldaten ausgehen, argumentiert der Bericht, dass solche Zahlen oft irreführend oder überhöht seien.

Stattdessen sollte der Fokus auf „irreversiblen Verlusten“ liegen — also Gefallenen, Vermissten oder dauerhaft dienstunfähigen Soldaten.

Steigende Verluste

Unter Verwendung von Open-Source-Daten wie Sterberegistern und Nachrufen schätzen unabhängige Forscher, dass bis Mitte 2025 rund 220.000 russische Soldaten nachweislich gefallen sind.

Separate Projekte, die Namen erfassen, haben bis Anfang 2026 mehr als 168.000 Personen identifiziert.

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Der Bericht legt nahe, dass die Gesamtzahl der Todesfälle wahrscheinlich unter 400.000 liegt, während die Zahl der Vermissten etwa 180.000 erreichen könnte, von denen viele vermutlich tot sind.

Die täglichen Todeszahlen sind ebenfalls gestiegen, von etwa 240 pro Tag im Jahr 2024 auf rund 390 im Jahr 2025.

Stabile Rekrutierung

Trotz dieser Verluste rekrutiert Russland weiterhin in konstantem Tempo neue Soldaten.

Dem Bericht zufolge unterzeichnen monatlich etwa 30.000 bis 40.000 Rekruten Verträge, was die Verluste auf dem Schlachtfeld ungefähr ausgleicht oder sogar übersteigt.

Allerdings wird es zunehmend kostspielig, neue Rekruten zu gewinnen. Regionale Behörden erhöhen die Anwerbeprämien, was die lokalen Haushalte stärker belastet.

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Das System funktioniert weiterhin, ist jedoch stark von finanziellen Anreizen abhängig.

Qualitätsbedenken

Ein zentrales Problem ist nicht nur die Anzahl der Rekruten, sondern auch ihre Fähigkeiten.

Der Analyse zufolge stammen viele neue Soldaten aus benachteiligten Verhältnissen, darunter Arbeitslose und Gefangene, was Bedenken hinsichtlich Ausbildung und Einsatzfähigkeit aufwirft.

Moderne Kriegsführung, insbesondere mit der zunehmenden Rolle von Drohnen, erfordert besser ausgebildetes Personal. Russland hat gezielte Rekrutierungskampagnen für Drohnenoperatoren gestartet und bietet dabei bessere Bedingungen wie begrenzte Dienstzeiten.

Grenzen in Sicht

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass Russland zwar in der Lage ist, das derzeitige Kampfniveau aufrechtzuerhalten, seine Möglichkeiten zur weiteren militärischen Ausweitung jedoch begrenzt sind.

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Selbst eine neue Mobilisierungswelle würde auf Einschränkungen stoßen, darunter Mangel an Ausrüstung und ausgebildeten Offizieren.

Derzeit hält das bestehende Rekrutierungssystem stand, doch seine langfristige Tragfähigkeit bleibt ungewiss.

Quellen: Carnegie Russia Eurasia Center