Steigende globale Spannungen haben die Aufmerksamkeit erneut auf eines der gefürchtetsten Konzepte des Kalten Krieges gelenkt. Analysten warnen, dass ein wenig bekanntes System auch in modernen Konflikten weiterhin eine Rolle spielen könnte.
Gerade lesen andere
Der Mechanismus ist für einen Zweck ausgelegt: Vergeltung, selbst im schlimmsten Fall.
Laut LADbible wird angenommen, dass Russland eine Version des sogenannten „Dead-Hand“-Systems unterhält, das ursprünglich von der Sowjetunion als automatisches nukleares Reaktionsinstrument entwickelt wurde.
Das System, heute als „Perimeter“ bekannt, wurde konzipiert, um einen Gegenschlag sicherzustellen, selbst wenn die Führung des Landes bei einem Erstangriff ausgeschaltet würde.
Funktionsweise
Der ehemalige sowjetische Offizier Waleri Jarynich erklärte 2009 gegenüber Wired, das System sei entwickelt worden, um im Falle eines Atomangriffs eine Reaktion zu garantieren.
Im Gegensatz zu einem vollständig automatisierten System umfasst die aktuelle Version Berichten zufolge menschliche Kontrolle. In unterirdischen Bunkern stationiertes Personal bewertet eingehende Bedrohungen und entscheidet, ob die Bedingungen für einen Start erfüllt sind.
Lesen Sie auch
Zu diesen Bedingungen gehören die Bestätigung einer Autorisierung durch die Führung, der Verlust der Kommunikation mit den Befehlsstrukturen sowie der Nachweis von nuklearen Explosionen durch Sensoren, die Strahlung, seismische Aktivitäten und Lichtblitze messen.
Erneute Aufmerksamkeit
Das System ist kürzlich nach Äußerungen von Dmitri Medwedew, dem stellvertretenden Vorsitzenden des russischen Sicherheitsrats, wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.
Er warnte US-Präsident Donald Trump, sich daran zu „erinnern, wie gefährlich die sagenumwobene ‚Dead Hand‘ sein kann“, und verwies dabei auf die eskalierenden Spannungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine.
Die Bemerkungen erfolgten, während die Vereinigten Staaten Berichten zufolge ihre militärische Präsenz verstärkten, einschließlich der Entsendung von Atom-U-Booten.
Globale Sorgen
Obwohl Russland seit Jahrzehnten keine offiziellen Details zu dem System bestätigt hat, gehen Analysten davon aus, dass eine modifizierte Version weiterhin einsatzbereit ist.
Lesen Sie auch
Die Existenz eines solchen Mechanismus hat seit langem Besorgnis ausgelöst, da sie die Möglichkeit menschlichen Eingreifens in Extremszenarien verringert.
Mit zunehmenden geopolitischen Spannungen verstärkt die erneute Aufmerksamkeit für Systeme aus der Zeit des Kalten Krieges die Sorgen darüber, wie weit Konflikte eskalieren könnten.
Quellen: LADbible, Wired