Vier Wochen nach Beginn des Konflikts schwinden die Hoffnungen auf eine schnelle Lösung. Iran hat US-Vorschläge abgelehnt, während sich zugleich Spannungen zwischen Washington und Israel zeigen, wie der Krieg ursprünglich dargestellt wurde. Was anfangs unkompliziert wirkte, wird zunehmend komplexer.
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Iran hat einen von den USA unterstützten Plan zur Beendigung der Kämpfe abgelehnt, wie iranische Staatsmedien berichten, auf die sich das Wall Street Journal beruft, und fordert stattdessen den Abzug amerikanischer Streitkräfte aus dem Golf sowie finanzielle Entschädigung.
Teheran strebt zudem eine stärkere Kontrolle über die Straße von Hormus an, eine schmale Passage, durch die etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung transportiert wird. Jede Störung dort könnte die globalen Preise rasch beeinflussen – etwas, worauf die Märkte bereits bei früheren Konfrontationen zwischen den USA und Iran reagiert haben.
Ein US-Beamter sagte der Daily Mail, die Forderungen seien „lächerlich“ und „unrealistisch“, was verdeutlicht, wie weit die Positionen weiterhin auseinanderliegen.
Auch die iranischen Revolutionsgarden haben Zivilisten gewarnt, sich von Gebieten in der Nähe amerikanischer Militärstandorte fernzuhalten. Es war eine deutliche Botschaft – und keine beruhigende.
Strategiewechsel
In Washington werden die Erwartungen angepasst. Frühe Annahmen, dass Druck die iranische Führung rasch schwächen könnte, haben sich laut Berichten von Axios nicht bestätigt.
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Nach dem Tod des Obersten Führers, Ajatollah Ali Khamenei, zu einem früheren Zeitpunkt des Konflikts ist das iranische Regierungssystem intakt geblieben, wobei zentrale Fraktionen ihre Macht konsolidiert haben, anstatt zu zerfallen.
Präsident Donald Trump hat weiterhin die Diplomatie betont. „Die Gespräche laufen und … sie verlaufen sehr gut“, sagte er, während er eine Entscheidung über mögliche Angriffe auf Energieinfrastruktur vertagte.
Vizepräsident JD Vance hat eine sichtbarere Rolle übernommen und sich mit führenden Politikern der Golfstaaten getroffen, während die USA mögliche Verhandlungen über Vermittler wie Ägypten und die Türkei prüfen.
Verbündete driften auseinander
Einige der schärfsten Meinungsverschiedenheiten treten nun hinter verschlossenen Türen zutage. Axios berichtete zuerst, dass Vance in einem Gespräch den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu herausforderte und infrage stellte, wie die Argumente für einen Regimewechsel dem Weißen Haus präsentiert worden waren.
Die Sorge wurde deutlich formuliert: „Vor dem Krieg hat Bibi es dem Präsidenten wirklich als einfach verkauft, wobei ein Regimewechsel als viel wahrscheinlicher dargestellt wurde, als er tatsächlich war. Und der Vizepräsident hatte eine nüchterne Sicht auf einige dieser Aussagen.“
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Dieser Austausch deutet auf eine umfassendere Neubewertung in Washington hin – sowohl der Risiken als auch des Zeitrahmens des Konflikts.
Eine separate Kontroverse verschärfte die Spannungen zusätzlich. Das rechtsgerichtete israelische Medium Israel Hayom behauptete laut Times of Israel, Vance habe Netanjahu wegen Siedlergewalt im Westjordanland zur Rede gestellt.
Das Weiße Haus wies den Bericht als falsch zurück und deutete an, er könne darauf abgezielt haben, den Vizepräsidenten zu untergraben. Israelische Vertreter bestritten jede Beteiligung.
Der Krieg dauert an, doch ein klarer Weg nach vorn ist nicht in Sicht. Die Ölmärkte beobachten die Lage genau, ebenso wie die Verbündeten der USA, die sich nun auf eine längere und unberechenbarere Phase einstellen könnten.
Quellen: Daily Mail, Axios, Times of Israel, Wall Street Journal