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Der Krieg im Nahen Osten zwingt Südkorea, seine Energiepolitik zu überdenken

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Die steigenden Spannungen im Nahen Osten beginnen, die Energieflüsse in ganz Asien neu zu gestalten. Südkorea, das stark von importierten Brennstoffen abhängig ist, prüft nun Notfallmaßnahmen, da der Druck auf die Versorgung zunimmt.

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Die Behörden ziehen außerdem Einschränkungen im alltäglichen Energieverbrauch in Betracht, falls sich die Lage verschärft.

Laut Reuters, zitiert von HotNews, bestätigte das südkoreanische Industrieministerium den Erhalt von 27.000 Tonnen russischen Rohöls. Die Lieferung markiert die erste derartige Einfuhr seit der jüngsten Eskalation des Konflikts im Nahen Osten Ende Februar.

Die Behörden machten keine Angaben dazu, wohin das Öl verteilt werden soll, erklärten jedoch, dass weiterhin Anstrengungen unternommen werden, zusätzliche Lieferungen zu sichern.

Zunehmende Versorgungsbedenken

Südkorea bezieht rund 70 Prozent seines Rohöls aus dem Nahen Osten und ist damit besonders anfällig für Störungen infolge regionaler Instabilität.

Beamte sagen, dass Unternehmen ebenfalls versucht haben, eigenständig russisches Öl zu beschaffen, bislang jedoch mit begrenztem Erfolg.

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Gleichzeitig wachsen die Sorgen über Engpässe bei wichtigen petrochemischen Materialien, darunter solche, die in Kunststoffen und der industriellen Produktion verwendet werden.

Notfallplanung

Abgeordnete und Regierungsvertreter beraten nun über Notfallmaßnahmen zum Schutz essenzieller Sektoren. Dazu könnten die Priorisierung von Lieferungen für das Gesundheitswesen und kritische Industrien sowie Exportbeschränkungen für bestimmte Materialien gehören.

Die Behörden erwägen zudem die Freigabe strategischer Reserven und eine Erhöhung der inländischen Verfügbarkeit raffinierter Produkte.

Mögliche Fahrbeschränkungen

Angesichts steigender Kraftstoffpreise prüft die Regierung weitergehende Einschränkungen der Autonutzung. Finanzminister Koo Yun-cheol erklärte, dass Beschränkungen auf die breite Bevölkerung ausgeweitet werden könnten, falls der Ölpreis auf 120 bis 130 Dollar pro Barrel steigt.

„Wenn sich die Lage im Nahen Osten verschärft, sollte die Krisenwarnstufe auf ‚Warnung‘ angehoben werden, und zu diesem Zeitpunkt wird es notwendig sein, den Verbrauch zu senken“, sagte er.

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Ein solcher Schritt würde die ersten landesweiten Einschränkungen für die Nutzung privater Fahrzeuge seit dem Golfkrieg 1991 darstellen.

Maßnahmen zur Nachfragereduzierung

Derzeit beschränken sich die Maßnahmen auf den öffentlichen Sektor, in dem die Nutzung von Fahrzeugen bereits durch Rotationssysteme geregelt wird.

Große Unternehmen, darunter Samsung Electronics und die SK Group, fordern ihre Mitarbeiter auf, den Autoverbrauch zu reduzieren, während Behörden die Bürger zu energiesparendem Verhalten aufrufen.

Die Behörden erklären, dass weitere Schritte davon abhängen werden, wie sich die globale Energiesituation in den kommenden Wochen entwickelt.

Quellen: HotNews, Reuters

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