Russische Öltanker passieren weiterhin britische Gewässer, obwohl die britische Regierung neue Durchsetzungsbefugnisse angekündigt hat.
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Die Situation wirft Fragen darüber auf, ob den politischen Versprechungen auch Taten folgen.
Versprechen wurden gemacht
Sir Keir Starmer sagte vor weniger als einer Woche, dass Großbritannien mit dem Abfangen russischer Schiffe der „Schattenflotte“ beginnen würde, so der Daily Express.
Ziel war es, Öltransporte zu unterbinden, von denen angenommen wird, dass sie Moskaus Krieg in der Ukraine finanzieren.
Er erklärte, Großbritannien würde die Schiffe „noch härter“ ins Visier nehmen, und Berichten zufolge könnten Eliteeinheiten wie der Special Boat Service an Enteroperationen beteiligt sein.
Allerdings befinden sich derzeit mehrere mit der Flotte in Verbindung stehende Schiffe im Ärmelkanal, ohne dass es bisher zu bestätigten Abfangaktionen gekommen ist.
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Flotte im Fokus
Die sogenannte Schattenflotte soll mehr als 1.000 alternde Tanker umfassen, die unter ausländischer Flagge operieren, um westliche Sanktionen zu umgehen, berichtete der Express.
Die Blockade des Zugangs zu britischen Gewässern soll diese Schiffe zwingen, längere und teurere Routen zu wählen oder das Risiko der Beschlagnahmung einzugehen.
Dennoch scheint sich die Durchsetzung zu verzögern. Ein hochrangiger NATO-Beamter sagte gegenüber The i Paper, Großbritannien sei „nicht ganz bereit“, solche Operationen durchzuführen, und verwies auf rechtliche und diplomatische Bedenken.
Politischer Druck
Das Ausbleiben von Maßnahmen hat Kritik hervorgerufen. Der konservative Abgeordnete Ben Obese-Jecty sagte gegenüber The i Paper, die Situation zeige eine „mangelnde Bereitschaft, Maßnahmen zu ergreifen“.
„Warum durchqueren sie also jetzt ungestraft den Kanal?“, fragte er.
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Starmer hatte zuvor gewarnt: „Deshalb gehen wir noch härter gegen seine Schattenflotte vor, nicht nur um Großbritannien zu schützen, sondern auch um Putins Kriegsmaschinerie die schmutzigen Profite zu entziehen, die seine barbarische Kampagne in der Ukraine finanzieren.“
Risiken und Grenzen
Das Entern von Schiffen auf See ist nach wie vor komplex und potenziell gefährlich, selbst für hochtrainierte Einheiten wie die Royal Marines und den SBS.
Das Verteidigungsministerium erklärte, die Aktivitäten im Kanal würden ständig überprüft und jede Durchsetzung würde „von Fall zu Fall in Übereinstimmung mit internationalem Recht und nationalen Gesetzen“ bewertet.
Andere europäische Länder, darunter Finnland, Schweden und Estland, haben bereits ähnliche Schiffe in der Ostsee abgefangen, was die Diskrepanz zwischen britischer Politik und Handeln verdeutlicht.
Quellen: Daily Express, The i Paper, UK Ministry of Defence