Kosmetische Injektionen werden oft als vorübergehende Lösungen beworben, doch ihr langfristiges Verhalten wird noch immer erforscht. Ein viel verbreitetes medizinisches Bild sorgt nun erneut für Diskussionen darüber, was sich im Laufe der Zeit unter der Oberfläche abspielen kann.
Gerade lesen andere
Ein TikTok-Video des Beverly-Hills-Chirurgen Dr. Kami Parsa hat mehr als 12 Millionen Aufrufe erzielt – und eine Frage neu entfacht, die immer wieder auftaucht: Verschwinden Gesichtsfüller wirklich so, wie die Menschen es erwarten?
Der Clip, der von Newsweek aufgegriffen wurde, zeigt MRT-Aufnahmen eines einzelnen Patienten, der über einen Zeitraum von etwa sechs Jahren mehrere Behandlungen mit Hyaluronsäure (HA) erhalten hatte.
Es handelt sich nur um einen Einzelfall und nicht um eine klinische Studie – doch er reicht aus, damit sowohl Ärzte als auch Patienten genauer hinsehen.
Wenn kleine Korrekturen zu etwas anderem werden
Schon bevor diese Aufnahme verbreitet wurde, hatten viele Behandler auf ein anderes Problem hingewiesen: zu viel Filler im Laufe der Zeit.
Der sogenannte „Pillow-Face“-Look – übermäßig volle Wangen und verschwommene Konturen – ist in den letzten Jahren immer deutlicher geworden. Er entsteht selten nach nur einem Termin. Meist entwickelt er sich schrittweise, wenn sich kleine Anpassungen ansammeln.
Lesen Sie auch
„Ihre Wangen beginnen, Sie wie ein Streifenhörnchen aussehen zu lassen … oder Ihre Lippen sehen aus wie Würstchen“, sagt die ästhetische Fachpflegekraft Brittany Wilson.
Das ist eine direkte Beschreibung, doch die Aussage ist klar. Filler an sich sind nicht das Problem, sagen die meisten Experten. Entscheidend ist vielmehr, wie häufig sie eingesetzt werden – und wie leicht es ist, immer noch etwas mehr hinzuzufügen.
Was die Aufnahme tatsächlich nahelegt
Die MRT-Bilder fügen der Diskussion eine weitere Ebene hinzu. In dem von Newsweek geprüften Video erklärt Parsa, dass das im Gesicht des Patienten sichtbare Volumen größer erschien als die Menge, die im Laufe der Zeit tatsächlich injiziert worden war.
„Als wir die Menge des Fillers gemessen haben … lag sie bei nahezu 28 cc, also mehr als doppelt so viel wie die ursprünglich injizierte Menge“, sagt er.
Dafür gibt es eine plausible Erklärung. Hyaluronsäure bindet Wasser – ein Grund, warum sie überhaupt so gut funktioniert. Wie Parsa es formuliert: „Hyaluronsäure-Filler sind hydrophil – das bedeutet, dass sie Wasser binden und zudem eine Gewebeausdehnung verursachen.“
Lesen Sie auch
In manchen Fällen kann der Filler daher im Gewebe verbleiben und Flüssigkeit anziehen, wodurch behandelte Bereiche voller erscheinen als erwartet. Dies trifft nicht auf jeden zu, und die Ergebnisse können je nach Person und angewandter Technik stark variieren.
Das Konzept „vorübergehend“ neu denken
Für viele Menschen liegt der Reiz von Fillern auf der Hand: Sie sind nicht dauerhaft. Sie werden weicher, bauen sich ab und verschwinden schließlich – zumindest in der Vorstellung.
Doch Fälle wie dieser deuten darauf hin, dass der zeitliche Verlauf nicht immer so eindeutig ist. Einige Zuschauer äußerten sich überrascht über das Video. Andere äußerten sich nicht überrascht und meinten, es bestätige lediglich ihre bisherigen Vermutungen.
Gleichzeitig halten die meisten Fachleute weiterhin daran fest, dass Filler bei zurückhaltender Anwendung sicher sind. Das größere Problem sei vielmehr die Überdosierung.
Parsas Rat ist einfach: „Wir hoffen, dass die Menschen verstehen, dass weniger mehr ist, wenn es um HA-Filler geht.“
Lesen Sie auch
Das könnte die eigentliche Erkenntnis sein. Nicht, dass Filler grundsätzlich riskant sind – sondern dass die Erwartungen noch nicht ganz mit ihrem tatsächlichen Verhalten im Laufe der Zeit übereinstimmen.
Quellen: Newsweek, TikTok (Video von Dr. Kami Parsa)