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Ausbruch der Schweinepest trifft Spaniens Schweineindustrie hart

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Spaniens umfangreicher Schweinesektor steht unter Druck, nachdem ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) Exportverbote und fallende Preise ausgelöst hat.

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Landwirte warnen, dass die Krise langfristige Folgen für eine der wertvollsten Agrarindustrien Europas haben könnte.

Branche unter Druck

Laut BBC-Berichten hat Spaniens Schweinesektor, der auf rund 25 Milliarden Euro geschätzt wird, seit Beginn des Ausbruchs bereits Verluste von über 600 Millionen Euro erlitten.

Exportmärkte wie die Vereinigten Staaten, Japan und Mexiko haben ihre Importe gestoppt, während andere regionale Beschränkungen verhängt haben.

Für die Landwirte sind die Auswirkungen unmittelbar spürbar. „Jedes Schwein, das wir zur Schlachtung verkaufen, hat etwa 30 bis 40 Euro an Wert verloren im Vergleich zur Zeit vor dem Ausbruch“, sagte der katalanische Landwirt Jordi Saltiveri.

Bedrohung durch das Virus

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist unter Schweinen und Wildschweinen hoch ansteckend, stellt jedoch kein Risiko für Menschen dar.

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Der aktuelle Ausbruch wurde erstmals in der Nähe von Barcelona festgestellt, nachdem ein infiziertes Wildschwein in einem nahegelegenen Naturpark entdeckt worden war.

Behörden zufolge sind die in den letzten Jahren stark gewachsenen Wildschweinpopulationen ein wesentlicher Faktor für die Ausbreitung der Krankheit.

Eindämmungsmaßnahmen

Regionale Behörden haben eine umfassende Reaktion eingeleitet, um die Ausbreitung zu begrenzen.

Zu den Maßnahmen gehören Zugangsbeschränkungen für betroffene Gebiete, die Bejagung von Wildschweinen sowie der Einsatz von Drohnen und Kameras zur Überwachung von Tierbewegungen.

„Wir müssen alle verfügbaren Mittel einsetzen, um unsere Branche, unsere Wirtschaft, unseren Agrarsektor und unsere Landwirte zu schützen“, sagte Kataloniens Landwirtschaftsminister Òscar Ordeig.

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Bisher wurden im Rahmen der Maßnahmen zur Reduzierung der Wildschweinpopulation Tausende Tiere getötet.

Wirtschaftliche Folgen

Der Ausbruch hat die Nachfrage nach spanischem Schweinefleisch im Ausland deutlich verringert, insbesondere in wichtigen Exportregionen.

Allein in Katalonien gingen die Exporte im Januar im Vergleich zum Vorjahr um 17 % zurück.

Branchenverbände warnen, dass die Erholung Zeit in Anspruch nehmen könnte, da Länder in der Regel ein ganzes Jahr ohne neue Fälle verlangen, bevor sie Beschränkungen aufheben.

Ungewisser Ausblick

Während einige Landwirte weiterhin zuversichtlich sind, dass strenge Biosicherheitsmaßnahmen ihre Bestände schützen werden, befürchten andere, dass die Reaktion zu langsam war.

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„Landwirte in ganz Spanien zahlen nun den Preis für die ASP“, erklärten Branchenvertreter und warnten vor anhaltenden Störungen.

Vorerst steht Spaniens Schweineindustrie unter Zeitdruck, den Ausbruch einzudämmen und das Vertrauen im In- und Ausland wiederherzustellen.

Quellen: BBC