Neue Empfehlungen zur Bildschirmnutzung von Kindern lösen eine Debatte unter Eltern aus, die versuchen, den Alltag mit gesunden Gewohnheiten in Einklang zu bringen.
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Während Experten vor Risiken im Zusammenhang mit übermäßiger Nutzung warnen, betonen sie laut BBC, dass nicht jede Bildschirmzeit schädlich ist.
Neue Empfehlungen
Das britische Bildungsministerium empfiehlt, die Bildschirmzeit für Kinder unter fünf Jahren auf höchstens eine Stunde pro Tag zu begrenzen.
Für Kinder unter zwei Jahren sollten Bildschirme weitgehend vermieden werden, außer bei gemeinsamer, interaktiver Nutzung.
Die Richtlinien kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Bildschirmnutzung nahezu allgegenwärtig geworden ist. Regierungszahlen zufolge nutzen die meisten Kinder bereits im Alter von zwei Jahren täglich digitale Geräte.
Entwicklungsbedenken
Experten sagen, dass die frühe Kindheit eine entscheidende Phase für die Entwicklung ist, in der etwa 90 % der Gehirnentwicklung vor dem fünften Lebensjahr stattfinden.
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Ein hoher Bildschirmkonsum wird mit Verzögerungen in der sprachlichen, sozialen und emotionalen Entwicklung sowie mit Schlaf- und Gesundheitsproblemen in Verbindung gebracht.
Von der BBC zitierte Forschung zeigt, dass Kinder, die täglich etwa fünf Stunden Bildschirmzeit ausgesetzt sind, deutlich weniger Wörter verwenden als Kinder mit begrenzter Nutzung.
Warum es wichtig ist
Fachleute betonen, dass die Interaktion mit Menschen eine zentrale Rolle im frühen Lernen spielt.
„Ihr Gehirn verfügt über ein eingebautes ‚Suchsystem‘“, sagte die Sprach- und Sprechtherapeutin Janet Cooper und erklärte, dass Kinder Neugier und Verständnis durch menschliche Interaktion entwickeln.
Umweltfaktoren, einschließlich schnelllebiger digitaler Inhalte, können kleine Kinder überstimulieren und beeinflussen, wie sie ihre Umgebung wahrnehmen und verarbeiten.
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Praktische Maßnahmen
Eltern wird geraten, gesunde Gewohnheiten vorzuleben, da Kinder das Verhalten von Erwachsenen nachahmen.
Das Weglegen von Geräten während der Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen sowie das Ersetzen von Bildschirmzeit durch Gespräche, Spielen oder Lesen kann helfen, die Abhängigkeit von Bildschirmen zu verringern.
Professorin Danielle Matthews hob den Wert alltäglicher Interaktionen hervor und empfahl, während routinemäßiger Tätigkeiten mit Kindern zu sprechen, um die Sprachentwicklung zu fördern.
Nicht alles ist schlecht
Trotz der Bedenken warnen Experten davor, Bildschirme als grundsätzlich negativ zu betrachten.
„Sehr geringe oder moderate Mengen an Bildschirmzeit, insbesondere für Kinder über zwei Jahren, scheinen nicht schädlich zu sein“, sagte Professor Pasco Fearon.
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Bildungsprogramme, die speziell zur Unterstützung von Lernen und Sprachentwicklung entwickelt wurden, können bei angemessener Nutzung sogar Vorteile bieten.
Balance finden
Letztlich betonen Fachleute, dass der Fokus auf Ausgewogenheit statt auf strengen Regeln liegen sollte.
Gemeinsames Anschauen, altersgerechte Inhalte und ein bewusster Umgang gelten als entscheidend, um negative Auswirkungen zu minimieren.
Wie Bildungsministerin Bridget Phillipson erklärte, spiegeln die Empfehlungen einen vorsorglichen Ansatz in einem sich weiterentwickelnden Forschungsfeld wider.
Quellen: BBC