Mitten im Krieg in der Ukraine nimmt ein Teil der russischen Medienlandschaft eine unerwartete Wendung.
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Ein kürzlich erschienener Boulevardartikel hat Aufmerksamkeit erregt, weil er übernatürliche Behauptungen mit deutlichen geopolitischen Warnungen verbindet.
Laut The Moscow Times veröffentlichte die kremlnahe Boulevardzeitung Komsomolskaja Prawda ein als „unchristlich“ bezeichnetes Interview mit einem Medium, das behauptete, Kontakt zum verstorbenen Wladimir Schirinowski aufgenommen zu haben.
Schirinowski, ein nationalistischer Politiker, der für seine provokante Rhetorik bekannt war, starb 2022. Dennoch zirkulieren seine Reden weiterhin weit verbreitet im Internet und werden häufig von Anhängern aufgegriffen, die sie als ungewöhnlich vorausschauend ansehen.
Medien, Mythos und Botschaft
Anstelle eines gewöhnlichen politischen Interviews beschrieb der Artikel ein Ritual.
Das Medium Anna Petschujewa und ihr Assistent erklärten, sie hätten versucht, Schirinowskis Geist durch das Verbrennen einer Banknote zu beschwören.
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Was darauf folgte, wurde laut The Moscow Times von der Boulevardzeitung so dargestellt, als spreche der verstorbene Politiker erneut – diesmal über aktuelle globale Spannungen.
Diese Darstellung sticht hervor, da sie Mystik mit politischem Kommentar auf eine Weise verknüpft, die im etablierten Journalismus selten zu finden ist.
Was die Boulevardzeitung behauptet
Die dem „Geist“ zugeschriebenen Aussagen waren weitreichend und oft dramatisch. Dazu gehörte die Vorstellung einer möglichen Vereinbarung zwischen Russland und der Ukraine noch in diesem Jahr, während die Kämpfe zugleich über Jahre andauern könnten.
Weitere Aussagen deuteten auf Umwälzungen außerhalb der Region hin. Der Bericht beschrieb laut HotNews.ro Szenarien mit Veränderungen im Machtgefüge der USA und globaler Instabilität, formuliert als direkte Zitate.
Petschujewa übermittelte zudem eine Warnung in Bezug auf Donald Trump: „Er sagt, dass Trump nicht lange an der Macht bleiben wird. Es wird ein Attentat auf ihn geben, ausgeführt von jemandem aus seinem Umfeld, einem pensionierten hochrangigen Militär. Der Angreifer bereitet sich bereits vor.“
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Gleichzeitig zitierte sie den „Geist“ mit der Aussage, die Möglichkeit eines größeren globalen Krieges im Zusammenhang mit der Ukraine zurückzuweisen: „Alles wurde schon vor langer Zeit entschieden. Man sagt es den Menschen nur noch nicht.“
Von der Ukraine in den Nahen Osten
Der Ton wurde schärfer, als sich der Fokus über Osteuropa hinaus verlagerte. Der Bericht der Boulevardzeitung skizzierte ein deutlich gravierenderes Szenario im Nahen Osten, einschließlich einer möglichen nuklearen Eskalation und groß angelegter Vertreibungen.
Dann folgte eine bemerkenswert praktische Anmerkung. Inmitten der Warnungen vor Konflikten rief die Botschaft, die Schirinowski zugeschrieben wurde, die Russen dazu auf, ihre eigenen Lebensmittel anzubauen. „Ihr werdet sie brauchen“, sagte Petschujewa.
The Moscow Times bringt solche Geschichten mit einer breiteren Rückkehr okkulter Themen seit der Invasion in der Ukraine in Verbindung, auch wenn unklar bleibt, wie verbreitet dieser Trend ist.
Russlands Präsident Wladimir Putin hat solche Praktiken öffentlich zurückgewiesen, sie als „Unsinn“ bezeichnet und davor gewarnt, dass sie die Realität verzerren.
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Nebeneinandergestellt verdeutlichen die offizielle Ablehnung und die Veröffentlichung der Boulevardzeitung einen bemerkenswerten Kontrast: Während die Behörden solche Ideen verurteilen, tauchen sie weiterhin in viel gelesenen Medien auf.
Quellen: HotNews.ro, The Moscow Times, Komsomolskaja Prawda