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Gen-Z-Beschäftigte sabotieren den Arbeitsplatz — aber anders als gedacht

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Eine neue Umfrage unter Beschäftigten in den USA, Großbritannien und Europa zeigt, dass fast ein Drittel zugibt, Teile seines Arbeitsplatzes zu sabotieren — bei Gen-Z-Beschäftigten steigt dieser Anteil auf fast die Hälfte.

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In Unternehmen, die ihre Abläufe modernisieren wollen, geschieht derzeit etwas Ungewöhnliches — und viele Führungskräfte beginnen es erst jetzt zu bemerken.

Ein neuer Bericht des KI-Unternehmens Writer und von Workplace Intelligence zeigt, dass ein wachsender Anteil der Beschäftigten stillen Widerstand gegen interne Veränderungen leistet.

Die Umfrage unter 2.400 Wissensarbeitern in den USA, Großbritannien und Europa ergab, dass 29 % der Beschäftigten zugeben, aktiv Teile der Unternehmensstrategie zu untergraben. Unter Gen-Z-Beschäftigten steigt dieser Anteil deutlich auf 44 %.

Beschäftigte leisten auf verschiedene Weise Widerstand gegen KI

Der Widerstand zeigt sich in unterschiedlichen Formen, manche subtil, andere gezielter. Einige Beschäftigte weigern sich schlicht, neue Tools zu nutzen, während andere auf nicht genehmigte Alternativen ausweichen oder sensible Unternehmensdaten in öffentliche Plattformen eingeben.

In extremeren Fällen geben Beschäftigte an, gezielt den Eindruck zu erwecken, neue Systeme seien ineffektiv — etwa indem sie absichtlich schlechtere Arbeitsergebnisse liefern oder Leistungskennzahlen manipulieren, die mit diesen Tools verknüpft sind.

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Das Muster deutet auf eine tiefere Kluft zwischen den Erwartungen der Unternehmensführung und der Haltung der Beschäftigten hin.

Angst vor Jobverlust treibt den Widerstand

Im Kern dieses Verhaltens steht eine weit verbreitete Sorge um die langfristige Arbeitsplatzsicherheit. Von denjenigen, die angaben, Unternehmensinitiativen zu untergraben, sagten 30 %, sie fürchteten, ersetzt zu werden.

Diese Sorgen wurden durch zunehmend deutliche Warnungen von Führungskräften in der Technologiebranche verstärkt. Einige haben angedeutet, dass große Teile einfacher Büroarbeit bald automatisiert werden könnten, was insbesondere jüngere Beschäftigte betreffen würde.

Auch die öffentliche Meinung spiegelt diese Unsicherheit wider: Umfragen zeigen Skepsis gegenüber der wachsenden Rolle fortschrittlicher Technologien im Arbeitsalltag.

Widerstand kann das Risiko von Entlassungen erhöhen

Trotz des Widerstands deuten die Daten darauf hin, dass dieses Verhalten Konsequenzen haben kann.

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Eine Mehrheit der Führungskräfte gibt an, Personalabbau bei Beschäftigten in Betracht zu ziehen, die sich nicht anpassen.

Viele berichten zudem, dass Beschäftigte ohne ausreichende Kenntnisse im Umgang mit neuen Tools seltener befördert oder für Führungspositionen berücksichtigt werden, da Unternehmen ihre Arbeitsmodelle verändern.

Diese Entwicklung führt zu einer wachsenden Kluft zwischen frühen Anwendern und jenen, die zurückfallen.

KI-„Supernutzer“ verschaffen sich einen klaren Vorteil

Beschäftigte, die neue Technologien aktiv nutzen, profitieren bereits davon. Fortgeschrittene Nutzer erhalten deutlich häufiger Gehaltserhöhungen und Beförderungen und berichten von erheblichen Zeiteinsparungen im Arbeitsalltag.

Diese Mitarbeiter werden zunehmend als entscheidend für den erfolgreichen Wandel von Organisationen angesehen, was die Unterschiede innerhalb von Teams weiter verstärkt.

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Herausforderungen bei der Umsetzung gehen über die Technologie hinaus

Gleichzeitig haben auch Unternehmen selbst Schwierigkeiten, diese Systeme vollständig zu integrieren.

Untersuchungen zeigen, dass die meisten Pilotprojekte nicht an der Technologie scheitern, sondern an fehlender Schulung und organisatorischer Vorbereitung.

Beschäftigte nennen zudem Bedenken von Datensicherheit bis hin zu eingeschränkter Kreativität sowie Frustration über die Umsetzung von Strategien.

Für viele Organisationen besteht die Herausforderung inzwischen nicht mehr nur darin, neue Technologien einzuführen — sondern sicherzustellen, dass die Belegschaft bereit und in der Lage ist, sie zu nutzen.

Quellen: Bericht von Writer & Workplace Intelligence; NBC-News-Umfrage; Reuters; MIT-Forschung; KPMG-Studie

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