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KI könnte Leben retten, indem sie Sepsis im Voraus vorhersagt

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Ein neues KI-gestütztes Werkzeug könnte die Vorbereitung von Patienten auf Operationen grundlegend verändern. Durch die Analyse genetischer Daten glauben Forscher, dass es möglich sein könnte, lebensbedrohliche Risiken früher als je zuvor zu erkennen.

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Die Entwicklung zielt auf Sepsis ab, eine Erkrankung, die weltweit jedes Jahr für Millionen Todesfälle verantwortlich ist.

Wissenschaftler von CIBER am Universitätsklinikum Valladolid haben ein KI-basiertes Modell entwickelt, das darauf ausgelegt ist, die Wahrscheinlichkeit einer Sepsis nach einer Operation einzuschätzen, berichtete WPtech. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Frontiers in Medicine veröffentlicht.

Anstatt sich ausschließlich auf klinische Beobachtungen zu stützen, bewertet das System genetische Muster, um Patienten zu identifizieren, bei denen ein höheres Risiko für Komplikationen besteht.

Eine globale Bedrohung

Sepsis tritt auf, wenn der Körper übermäßig auf eine Infektion – häufig bakterieller Natur – reagiert und dadurch weitreichende Entzündungen sowie Organschäden auslöst. Die Sterblichkeitsrate liegt in der Regel zwischen 10 und 20 Prozent und steigt bei septischem Schock auf etwa 40 Prozent.

Weltweit steht die Erkrankung in Verbindung mit rund 11 Millionen Todesfällen pro Jahr und zählt damit zu den häufigsten Todesursachen.

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Diese Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Gene im Fokus

Zur Entwicklung des Modells analysierten die Forscher genomische Daten einer großen Patientengruppe. Dazu gehörten 750 Personen, die nach einer Operation eine Sepsis entwickelten, sowie 3.500, bei denen dies nicht der Fall war.

Das System bewertete anschließend genetische Varianten und ordnete sie nach ihrer Relevanz für die Vorhersage von Komplikationen.

Dabei identifizierten die Wissenschaftler Schlüsselvariationen in Genen wie PRIM2, SYNPR und RBSN, die offenbar eine Rolle für die Anfälligkeit spielen.

Frühere Intervention

Über die reine Vorhersage hinaus liefert das Modell auch Einblicke in biologische Mechanismen, die mit Sepsis in Verbindung stehen. Es hebt Gene hervor, die an Prozessen wie der DNA-Replikation, der Zellkommunikation und der Regulation der Genaktivität beteiligt sind.

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Nach Angaben der Forscher könnte dieser Ansatz es Klinikern ermöglichen, zu handeln, bevor Komplikationen auftreten, und die Behandlung an das genetische Profil jedes Patienten anzupassen.

Wird das System in der klinischen Praxis eingesetzt, könnte es dazu beitragen, Risiken zu verringern und chirurgische Ergebnisse durch frühere und gezieltere Interventionen zu verbessern.

Quellen: WPtech, Frontiers in Medicine