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Ein Netflix-Film aus dem Jahr 2020 prägt das Bild von US-Vizepräsident J.D. Vance

JD Vance Netflix
Phil Mistry / ShutterStockies / Shutterstock

Lange bevor J.D. Vance ins Weiße Haus einzog, war seine Lebensgeschichte bereits zu einer Hollywoodproduktion geworden. Damals hatte sie Schwierigkeiten, Kritiker zu überzeugen. Nun, da Vance als Vizepräsident der USA amtierte, wird derselbe Film im Rahmen einer breiteren politischen Erzählung neu bewertet.

Vances Memoiren Hillbilly Elegy, veröffentlicht im Jahr 2016, zeichnen seine Kindheit in Middletown, Ohio, nach – in einer Familie, die von Sucht, Instabilität und finanziellen Schwierigkeiten geprägt war.

Das Buch wurde zum Bestseller und erregte Aufmerksamkeit für seine Deutung des arbeitenden Amerikas, wobei die New York Times es mit sich verändernden politischen Dynamiken in Verbindung brachte.

Hollywood handelte schnell. Imagine Entertainment sicherte sich 2017 die Rechte, mit Ron Howard als Regisseur und Vanessa Taylor als Drehbuchautorin.

Netflix erwarb später das Projekt und veröffentlichte es im November 2020 nach einer kurzen Kinolaufzeit.

Mit Amy Adams und Glenn Close in den Hauptrollen präsentiert der Film eine nichtlineare Darstellung von Vances frühem Leben, einschließlich der Drogensucht seiner Mutter und des Einflusses seiner Großmutter, die ihn in Richtung Bildung und Stabilität drängte.

Kritische Gegenreaktion

Trotz seiner Ambitionen auf Auszeichnungen wurde Hillbilly Elegy überwiegend negativ aufgenommen. Zusammengefasste Bewertungen spiegelten dies wider: Rotten Tomatoes verzeichnete lediglich 24 Prozent positive Rezensionen, und Metacritic bezeichnete die Aufnahme als „generell ungünstig“.

Kritiker bemängelten insbesondere die Darstellung von Armut. The Independent schrieb, der Film „verfestigt Stereotype über Arme“, während The A.V. Club ihn als „bootstrapping poverty porn“ bezeichnete, der „die Stereotype verstärkt, die er eigentlich beleuchten soll“.

Dennoch erhielten einige schauspielerische Leistungen Anerkennung: Glenn Close wurde für den Oscar, die Golden Globes und die Screen Actors Guild Awards nominiert, während Amy Adams ebenfalls eine SAG-Nominierung erhielt.

In einer ungewöhnlichen Wendung wurde Close gleichzeitig für eine Goldene Himbeere nominiert, was die stark polarisierte Aufnahme des Films widerspiegelt, schreibt Filmz.

Neue politische Perspektive

Die Bedeutung des Films hat sich verändert, während Vances politische Karriere vom Senator zum Vizepräsidenten voranschritt. Die Zuschauerzahlen stiegen 2024 deutlich an, nachdem er als Vizepräsidentschaftskandidat bekannt gegeben worden war – um mehr als 1.100 Prozent an nur einem Tag.

CNN hat den Film seither erneut aufgegriffen, um Vances Rhetorik zu Themen wie Klasse und Chancen zu interpretieren. Die Themen der Geschichte – persönliche Verantwortung, familiäre Loyalität und sozialer Aufstieg – werden nun häufig im Zusammenhang mit seinen politischen Positionen diskutiert.

Regisseur Ron Howard hat sich von Vances späterer politischer Haltung distanziert und erklärt, er sei „sehr überrascht und enttäuscht“ von der Rhetorik gewesen, die er Jahre nach den Dreharbeiten gehört habe.

Im heutigen politischen Klima ist Hillbilly Elegy nicht länger nur eine Verfilmung – sondern Teil eines fortlaufenden Versuchs, den Mann im Zentrum der Geschichte zu verstehen.

Quellen: Filmz, The New York Times, The Independent, The A.V. Club, CNN, Rotten Tomatoes, Metacritic