Für viele Menschen scheint eine gute Nachtruhe in einer Welt voller Bildschirme und künstlichen Lichts zunehmend unerreichbar. Doch Wissenschaftler sagen, die Lösung könnte überraschend einfach sein.
Zeit im Freien zu verbringen – selbst nur kurz – könnte helfen, den natürlichen Rhythmus des Körpers neu einzustellen und den Schlaf auch nach der Rückkehr nach Hause zu verbessern.
Natürlicher Reset
Laut BBC deuten Forschungen darauf hin, dass das Schlafen im Freien helfen kann, die innere Uhr des Körpers wieder mit natürlichen Lichtzyklen in Einklang zu bringen.
Kenneth Wright, Leiter des Sleep and Chronobiology Laboratory an der University of Colorado Boulder, stellte fest, dass Camping ohne künstliches Licht den Schlafrhythmus nach vorne verschieben kann.
„Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass unser zirkadianer Rhythmus nach der Exposition gegenüber dem natürlichen Hell-Dunkel-Zyklus früher liegt“, sagte er.
Aus dem Takt
Moderne Lebensweisen halten Menschen oft lange nach Sonnenuntergang wach, was Forscher mit gesundheitlichen Problemen wie Depressionen und Herzerkrankungen in Verbindung bringen.
Künstliche Beleuchtung kann den Melatoninspiegel stören – das Hormon, das signalisiert, wann es Zeit ist zu schlafen – wodurch sich Menschen selbst nach dem Aufwachen müde fühlen.
Wright erklärte, dass Innenbeleuchtung den natürlichen Rhythmus des Körpers verzögern kann, sodass dieser auch nach dem Aufwachen weiterhin Schlaf signalisiert.
Vorteile im Freien
Zeit im natürlichen Licht zu verbringen, scheint einige dieser Effekte umzukehren.
In einer Studie verschob sich der Schlafzyklus von Teilnehmern eines Campingausflugs um etwa zwei Stunden nach vorne. Andere Untersuchungen ergaben, dass Camper insgesamt länger schlafen konnten, selbst wenn sie nachts gelegentlich aufwachten.
„Im Freien zu schlafen hält uns stärker im Einklang mit unserer Biologie, nicht nur mit der Umwelt“, sagte Wright.
Geräusche und Umgebung
Neben der Lichtexposition könnte auch die natürliche Umgebung selbst eine Rolle spielen.
Umfragen, auf die sich die BBC bezieht, zeigen, dass viele Camper aufgrund natürlicher Geräusche wie Regen, Wind und Tierlauten besser schlafen.
Einige Teilnehmer berichteten, dass diese Geräusche beruhigend wirken und ihnen helfen, leichter einzuschlafen als in städtischen Umgebungen.
Anpassung an Veränderungen
Experten weisen darauf hin, dass es Zeit braucht, sich an das Schlafen im Freien zu gewöhnen, insbesondere für Menschen ohne Campingerfahrung.
Dennoch könnten bereits kleine Veränderungen, wie die Reduzierung künstlichen Lichts am Abend, helfen, den Schlafrhythmus stärker an natürliche Zyklen anzupassen.
Forscher legen nahe, dass eine Rückbesinnung auf natürliche Lichtzyklen eine einfache Möglichkeit sein könnte, den Schlaf und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern.
Quellen: BBC