Startseite Polizei Australien verfolgt ersten Fall von Deepfake-Pornografie strafrechtlich

Australien verfolgt ersten Fall von Deepfake-Pornografie strafrechtlich

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Ein Gerichtsverfahren in Australien lenkt die Aufmerksamkeit auf den zunehmenden Missbrauch von künstlicher Intelligenz, nachdem ein Teenager eingeräumt hat, manipulierte sexuelle Bilder erstellt und verbreitet zu haben.

Es wird angenommen, dass es sich um den ersten Fall dieser Art unter neuen nationalen Gesetzen handelt, die auf den Missbrauch durch Deepfakes abzielen.

Erste Strafverfolgung

Laut BBC bekannte sich der 19-jährige William Hamish Yeates schuldig in Bezug auf Straftaten im Zusammenhang mit der Erstellung und Verbreitung von Deepfake-Pornografie.

Er ist die erste Person, die nach einem Gesetz angeklagt wurde, das die Manipulation sexueller Bilder ohne Einwilligung unter Strafe stellt und eine Höchststrafe von sieben Jahren Gefängnis vorsieht.

Yeates äußerte sich nicht, als er das Gericht verließ, und soll zu einem späteren Termin zur Urteilsverkündung zurückkehren.

Anklagen reduziert

Die Staatsanwaltschaft erhob zunächst 20 Anklagen, zog jedoch nach dem Schuldbekenntnis einige davon zurück.

Zu den verbleibenden Vorwürfen gehören das Erstellen oder Verändern sexuellen Materials ohne Einwilligung, dessen Verbreitung sowie die Nutzung von Online-Diensten in belästigender oder beleidigender Weise.

Vor Gericht wurde bekannt, dass die Bilder ohne Zustimmung des Opfers über mehrere Social-Media-Konten verbreitet wurden.

Wachsende Bedrohung

Experten sagen, dass der Fall ein größeres Problem im Zusammenhang mit dem rasanten Anstieg von KI-generierten Inhalten verdeutlicht.

Die australische eSafety Commission hat gewarnt, dass manipuliertes explizites Material im Internet stark zunimmt.

„Es ist etwas schockierend festzustellen, dass pornografische Videos 98 % des derzeit online verfügbaren Deepfake-Materials ausmachen und 99 % dieser Inhalte Frauen und Mädchen zeigen“, sagte eSafety-Kommissarin Julie Inman Grant.

Breitere Bedenken

Behörden zufolge entwickelt sich Deepfake-Pornografie zu einer bedeutenden Form bildbasierter Gewalt, die häufig Frauen und junge Menschen betrifft.

Es wird erwartet, dass der Fall einen Präzedenzfall schafft, während Regierungen und Regulierungsbehörden versuchen, auf die wachsenden Risiken durch den Missbrauch von KI zu reagieren.

Quellen: BBC