Donald Trumps Bemerkungen, Kanada werde der „51. Bundesstaat“, haben die Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern belastet.
Der Kommentar hat zu wachsenden Spannungen geführt, zu einer Zeit, in der grenzüberschreitende Themen ohnehin schon unter Druck stehen.
Nun verstärkt ein neuer Schritt in der Migrationspolitik die Kluft.
Abschiebungsandrohung
Kanada hat Zehntausende undokumentierte Migranten gewarnt, dass sie das Land verlassen müssen oder ihnen die Abschiebung in die Vereinigten Staaten droht, so Berichte von EFE und The Globe and Mail, zitiert von 20Minutos.
Beamte sagen, der Schritt könnte mehr als 30.000 Menschen betreffen, die irregulär nach Kanada eingereist sind und Asyl beantragt haben.
An die Betroffenen wurden Schreiben verschickt, in denen sie aufgefordert werden, freiwillig auszureisen.
Offizielle Mitteilung
In den Mitteilungen heißt es: „Sie müssen Kanada so schnell wie möglich verlassen und Ihre Ausreise bei der Canada Border Services Agency bestätigen. Wenn Sie Kanada nicht verlassen, kann eine Abschiebeanordnung erlassen werden.“
Die Behörden begannen mit der Versendung der Schreiben, nachdem Anfang dieses Jahres Änderungen im Einwanderungsrecht in Kraft getreten waren.
Die Politik richtet sich an Migranten, die nach bestimmten Fristen aus den USA nach Kanada eingereist sind.
Rechtliche Bedenken
Einwanderungsanwälte haben Bedenken hinsichtlich der Maßnahme geäußert und warnen, dass diejenigen, die in die Vereinigten Staaten zurückkehren, von der Immigration and Customs Enforcement (ICE) inhaftiert werden könnten.
Einige haben die Formulierung der Schreiben kritisiert und Teile davon als irreführend bezeichnet.
Sie argumentieren, dass die betroffenen Personen die rechtlichen Konsequenzen möglicherweise nicht vollständig verstehen.
Regeländerungen
Die Änderung folgt auf Anpassungen des kanadischen Asylsystems, die den Zugang zu Anhörungen für bestimmte Antragsteller einschränken.
Nach den aktualisierten Regeln können einige Migranten ihre Fälle nicht mehr vor dem Immigration and Refugee Board vorbringen.
Befürworter der Änderungen sagen, sie seien notwendig, um Abschiebungen zu beschleunigen und irreguläre Grenzübertritte abzuschrecken.
Quellen: EFE, The Globe and Mail, 20Minutos.