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Noch ein Künstler landet auf der Playlist, während Trump mit einem neuen Streit um einen Song in einem KI-generierten Video konfrontiert ist

Donald Trump rally
Shot Stalker / Shutterstock.com

Musiker wehren sich seit Jahren dagegen, wenn ihre Songs im politischen Umfeld von Donald Trump auftauchen. Nun zeigt ein neuer Streit im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz, wie sich dieser Konflikt in neues Terrain verlagert.

Seit 2016 haben sich zahlreiche Künstler gegen Trumps Nutzung ihrer Musik ausgesprochen. Das Magazin Rolling Stone berichtete über wiederholte Versuche von Musikern, solche Verwendungen zu stoppen oder sich davon zu distanzieren – oft mit dem Argument, dass sie nie um Erlaubnis gebeten wurden.

Einige Reaktionen erfolgten auf rechtlichem Wege. Beyoncés Team beanstandete ein Kampagnenvideo, in dem „Freedom“ verwendet wurde, und erklärte, man habe „absolut keine Genehmigung erteilt“. Auch Céline Dions Vertreter kritisierten die Nutzung von „My Heart Will Go On“ und bezeichneten sie als unautorisiert.

Andere reagierten direkter. Nachdem seine Musik in kampagnenbezogenen Inhalten aufgetaucht war, schrieb Jack White: „Denkt nicht einmal daran, meine Musik zu verwenden, ihr Faschisten“.

Kampagnen wiederum haben mitunter argumentiert, dass lizenzierte Musik oder Regeln für öffentliche Aufführungen bestimmte Nutzungen erlauben, doch das hat nicht verhindert, dass Streitigkeiten eskalieren.

Deutsche Band als Nächste an der Reihe

Alphaville ist die jüngste Band in dieser Debatte, die mit Trumps Nutzung ihrer Musik unzufrieden ist, und ihre Reaktion erfolgte schnell und öffentlich. Die Band wies jede Verbindung zwischen ihrer Musik und Trump zurück und machte deutlich, dass sie die Entfernung der Inhalte verlangt.

Sänger Marian Gold sagte: „Da wir, die Band Alphaville, in keiner Weise mit Trumps politischen Ansichten übereinstimmen und sie im Gegenteil weitgehend verabscheuen, werden wir dafür sorgen, dass dieser Beitrag umgehend aus dem Internet entfernt wird“.

National Today berichtete, dass sich der Streit um ein KI-generiertes Video dreht, das Trump geteilt hat. Darin wird der Hit der Band aus dem Jahr 1984, „Forever Young“, zusammen mit künstlich erzeugten Bildern verwendet, die den Präsidenten in verschiedenen Lebensaltern zeigen.

Die Gruppe hat angedeutet, rechtliche Schritte zu prüfen, und lehnt jede zukünftige Verwendung ihrer Songs in ähnlichen Zusammenhängen ab.

Technologie verkompliziert die Lage

Der Einsatz von KI fügt eine weitere Dimension hinzu. Videos, die mit synthetischen Bildern erstellt werden und teilweise Deepfakes ähneln, können die Wahrnehmung von Bild und Ton durch die Zuschauer verändern.

Das wirft praktische Fragen auf. Die Kombination bekannter Musik mit manipulierten Bildern könnte beeinflussen, wie das Publikum eine politische Botschaft wahrnimmt – selbst wenn die Inhalte fiktiv sind.

Gerichte haben sich in ähnlichen Streitfällen bislang vor allem auf Lizenzfragen konzentriert, etwa im Fall von Neil Youngs rechtlicher Auseinandersetzung über die Nutzung seiner Songs, und weniger auf breitere politische Implikationen. Dies lässt eine gewisse Unsicherheit bestehen, wenn KI-Tools im Spiel sind.

Regulierungsbehörden haben begonnen zu diskutieren, wie KI in Wahlkämpfen gehandhabt werden soll, doch klare Regeln sind bislang rar. Vorerst testet jeder neue Streitfall, wo diese Grenzen verlaufen könnten.

Der Konflikt dreht sich längst nicht mehr nur um einen Song im Hintergrund. Es geht darum, wie Musik, Bilder und Politik auf eine Weise zusammenwirken, die sich schwerer voneinander trennen lässt als zuvor.

Eine Playlist mit Songs, die Trump nicht verwenden kann

„My Heart Will Go On“ – Céline Dion
Ihr Team erklärte, die Nutzung sei unautorisiert gewesen und spiegele keine Unterstützung wider.

„Freedom“ – Beyoncé
Ihr Team erklärte, man habe „absolut keine Genehmigung“ für die Verwendung in einem Kampagnenvideo erteilt.

„Seven Nation Army“ – The White Stripes
Jack White widersprach entschieden und drohte mit rechtlichen Schritten.

„Nothing Compares 2 U“ – Sinéad O’Connor
Ihr Nachlass erklärte, sie wäre von der Verbindung „angewidert“ gewesen.

„My Hero“ – Foo Fighters
Die Band bestätigte, dass sie die Verwendung bei einer Wahlkampfveranstaltung nicht genehmigt habe.

„Dancing Queen“ – ABBA
Die Gruppe forderte Trump auf, ihre Musik bei Veranstaltungen nicht mehr zu verwenden.

„Fortunate Son“ – Creedence Clearwater Revival
John Fogerty lehnte die Nutzung ab und verwies auf die politische Bedeutung des Songs.

„Rockin’ in the Free World“ – Neil Young
Young widersprach wiederholt und leitete zeitweise rechtliche Schritte ein.

„Don’t Stop the Music“ – Rihanna
Ihr Rechtsteam verschickte eine Unterlassungsaufforderung wegen der Nutzung im Wahlkampf.

„Livin’ on the Edge“ – Aerosmith
Steven Tyler ließ wegen unautorisierter Nutzung rechtliche Warnungen aussprechen.

„We’re Not Gonna Take It“ – Twisted Sister
Die Band erklärte, der Song werde missverstanden und solle nicht mit diesem Kontext in Verbindung gebracht werden.

„Forever Young“ – Alphaville

Quellen: National Today, Rolling Stone