Startseite Nachrichten Putin könnte NATO-Insel angreifen, um Bündnis zu testen, warnt Streitkräftechef

Putin könnte NATO-Insel angreifen, um Bündnis zu testen, warnt Streitkräftechef

Baltic Sea, map, Vladimir Putin
Пресс-служба Президента России / Wiki Commons / Shutterstock.com

Die Ostsee umfasst Tausende von Inseln, doch eine von ihnen ist von großer strategischer Bedeutung.

Die Spannungen in Nordeuropa steigen, da Militärplaner neue Risiken in der baltischen Region bewerten und schwedische Beamte nun offen Szenarien diskutieren, die die Einheit der NATO infrage stellen könnten.

In einem Interview mit The Times hat Schwedens Streitkräftechef Michael Claesson auf die Möglichkeit eines begrenzten russischen Schritts hingewiesen, der darauf abzielt, die Reaktion des Bündnisses zu testen.

Ein kalkulierter Schritt

Im Interview warnte Claesson, dass Russland kurzfristig eine kleine Marineoperation in der Ostsee versuchen könnte. Ziel sei es, die Kohäsion der NATO zu testen, anstatt einen umfassenden Konflikt zu beginnen, so seine Einschätzung.

Er sagte, das Bündnis müsse wachsam bleiben und seine Präsenz in wichtigen nördlichen und baltischen Gebieten verstärken, um solche Aktionen abzuschrecken.

Die Warnung erfolgt inmitten von Bedenken, dass politische Spaltungen innerhalb der NATO in einer Krise offengelegt werden könnten.

Viele mögliche Ziele

Ein im September veröffentlichter schwedischer Militärbericht hob Gotland als potenzielles Ziel hervor und merkte an, dass es schnell durch See- oder Luftlandungen eingenommen werden könnte.

Im selben Monat simulierten polnische und schwedische Streitkräfte eine Verteidigung Gotlands, wie Reuters damals berichtete.

Claesson betonte jedoch, dass Moskau umfassendere Optionen habe. „Russland hat deutlich mehr Optionen. Dies muss keine besonders groß angelegte Operation sein, sondern eher eine Absichtserklärung, bei der man abwarten kann, wie die Reaktion auf politischer Ebene ausfällt“, sagte er.

Die baltische Region umfasst Tausende von Inseln und bietet zahlreiche potenzielle Brennpunkte.

Wachsende Besorgnis

Der schwedische Geheimdienst hat gewarnt, dass Russland seine militärische Kapazität in der Nähe Schwedens stetig erhöht und bereits begrenzte Angriffe durchführen könnte.

Innerhalb von fünf Jahren, so glauben Beamte, könnte Moskau zu größeren Operationen fähig sein, die darauf abzielen, Territorium zu kontrollieren und die Dominanz zu Wasser und in der Luft zu sichern.

Claesson warnte auch, dass ein Ende des Krieges in der Ukraine nicht unbedingt Stabilität bringen würde, da Russland Truppen nach Westen umleiten könnte.

Schweden stärkt seine Verteidigung, einschließlich neuer U-Boote, die später in diesem Jahrzehnt erwartet werden, und setzt gleichzeitig die finanzielle Unterstützung für die Energieinfrastruktur der Ukraine fort.

Quellen: The Times, Schwedische Streitkräfte, Schwedische Geheimdienstberichte, Reuters