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MRT zeigt, warum einige Kollegen das Wort ergreifen und andere erstarren, wenn sie Missbrauch beobachten

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Die im Gehirn ausgelösten Reaktionen scheinen sich in andere Gehirnbereiche zu verlagern, wenn wir weiterhin beobachten.

Jeder kennt das unangenehme Gefühl, einem Chef zuzusehen, der einen Kollegen anschreit.

Jahrelang haben sich Experten darauf konzentriert, wie diese Toxizität das direkte Opfer betrifft, während die stillen Beobachter im Hintergrund blieben.

Nun blicken Wissenschaftler direkt in die Köpfe dieser Zeugen, um zu ergründen, was sie dazu bewegt, sich zu äußern oder zu schweigen.

Ein Blick ins Gehirn

Forschende der Rutgers Business School haben sich für ein einzigartiges Experiment mit dem Hirngesundheitsinstitut der Universität zusammengetan.

Sie platzierten Freiwillige in einem medizinischen Scanner und zeigten ihnen Videos, in denen Vorgesetzte Mitarbeitende verbal attackierten.

Laut dem Forschungsteam bestand das Ziel darin, den Fokus vom Hauptbetroffenen auf die Beobachtenden zu verlagern.

„Wir denken oft, dass Missbrauch am Arbeitsplatz etwas sei, das nur die Betroffenen betrifft“, erklärte Doktorand Nguyen Pham in einer Universitätsmitteilung.

Das Geschehen beobachten

Die Daten zeigten, dass das Beobachten einer toxischen Interaktion sofort jene Gehirnbereiche aktiviert, die mit Alarm und Wut verbunden sind.

Wenn die Person jedoch weiter zuschaut, verlagert sich die Gehirnaktivität schnell in Bereiche, die mit moralischer Urteilsbildung assoziiert sind.

Die Studie ergab, dass das bloße Gefühl von Wut nicht der Hauptgrund war, warum Menschen sich entschieden, einzugreifen oder Unterstützung anzubieten.

Stattdessen entdeckten die Forschenden, dass tiefe Empathie der stärkste Prädiktor dafür war, ob jemand tatsächlich Stellung bezog.

Pham fügte hinzu, die Scans „hätten uns einen Einblick in die potenziellen emotionalen und moralischen Prozesse gegeben, die darüber entscheiden, ob sich jemand gegen Täter stellt oder passiv bleibt.“

Diese Ergebnisse wurden auf der jüngsten Academy of Management Conference in Kopenhagen präsentiert.

Bessere Teams aufbauen

Die Ergebnisse legen nahe, dass Unternehmen, die toxische Bürokulturen beheben möchten, sich auf den Aufbau von Mitgefühl konzentrieren sollten, anstatt lediglich Empörung zu schüren.

David H. Zald, Professor für Psychiatrie an der Rutgers-Universität, lobte die interdisziplinäre Zusammenarbeit in einer Erklärung.

„Durch die Bereitstellung von Scannerzugang, technischer Anleitung zur Integration von Verhaltensaufgaben in Bildgebungsprotokolle, Analyseunterstützung und Pilotfinanzierung hat das Zentrum die Realisierung dieses Projekts ermöglicht“, bemerkte Zald.

Letztendlich könnte das Verständnis der Reaktionen von Zeugen der Schlüssel sein, um gestörte Arbeitsumgebungen von innen heraus zu verbessern.

Quellen: Rutgers Health, ScienceDaily