Energieunabhängigkeit ist ein komplexes Problem für Entwicklungsländer.
Die Suche nach dem richtigen Partner zur Finanzierung massiver Infrastrukturprojekte führt oft zu kontroversen Allianzen. Ein großer Uranproduzent ist nun endlich bereit, seine eigenen natürlichen Ressourcen zu nutzen.
Abkommen besiegelt
Ein massives Energieabkommen, das zwischen zwei Nachbarstaaten abgeschlossen wurde, wird das regionale Stromnetz bald verändern. Russische und kasachische Beamte unterzeichneten Dokumente zum Bau eines neuen Atomkraftwerks in Zentralasien.
Präsident Wladimir Putin und der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew schlossen das historische Abkommen am Donnerstag ab.
Laut offiziellen Erklärungen, die von der Moscow Times zitiert wurden, ist dies das erste Mal seit dem Fall der Sowjetunion, dass die Republik eine Nuklearanlage bauen wird.
Eine hohe Investition
Während der wichtigen Gespräche in Astana drückte Tokajew öffentlich seine Dankbarkeit gegenüber Putin für die Unterstützung der massiven Energieinitiative aus.
Kasachstan ist derzeit der weltweit größte Uranproduzent.
Das Land hat jedoch seit drei Jahrzehnten keine eigene Kernenergie mehr erzeugt, nachdem ältere sowjetische Reaktoren abgebaut wurden.
Im Rahmen des neuen Plans erwartet Astana, dass Russland erstaunliche 85 Prozent der finanziellen Kosten übernehmen wird.
Zuschlag erhalten
Das massive Nuklearprojekt soll derzeit etwa 2035 oder 2036 fertiggestellt und in Betrieb genommen werden.
Die Arbeiter werden das neue Kraftwerk in der Nähe des teilweise verlassenen Dorfes Ulken in der südöstlichen Region errichten.
Der Standort liegt direkt neben dem Balchaschsee, der als zweitgrößter See des Landes gilt.
Ein Konsortium unter Führung des russischen Staatskonzerns Rosatom sicherte sich offiziell den massiven Bauauftrag.
Konkurrenz ausgestochen
Laut Projektdetails setzte sich Rosatom gegen mehrere große internationale Wettbewerber durch, um den lukrativen Auftrag zu gewinnen.
Zu den weiteren Bietern gehörten die China National Nuclear Corporation, das französische Unternehmen EDF und Hydro and Nuclear Power aus Südkorea.
Die Wähler in Kasachstan hatten den Bau des umstrittenen Kraftwerks ursprünglich während eines landesweiten Referendums im Jahr 2024 genehmigt.
Das neue Nuklearabkommen unterstreicht eine wesentlich tiefere finanzielle und politische Beziehung zwischen den beiden Ländern.
Milliarden im Handel
Am Donnerstag lobte Tokajew die „strategische Partnerschaft und die verbündeten Beziehungen“, die die Nachbarstaaten teilen.
Die beiden Staatschefs unterzeichneten ein gemeinsames Dokument, das die „sieben Säulen der Freundschaft und guten Nachbarschaft“ hervorhebt.
Putin erwähnte, dass seine Delegation bereits am Mittwochabend „viele wichtige und vielversprechende Bereiche unserer Zusammenarbeit“ besprochen hatte.
Laut Kreml schätzte Tokajew, dass die beiden Nationen 177 gemeinsame Projekte im Wert von 53 Milliarden Dollar teilen, wobei 122 bereits voll funktionsfähig sind.
Quellen: Kremlin.ru, Moscow Times