Startseite Welt Europa übersieht massive chinesische Bedrohung: Analyst spricht von „riesigem Schock“

Europa übersieht massive chinesische Bedrohung: Analyst spricht von „riesigem Schock“

china kina Xi Jinping
Octavio Hoyos / Shutterstock.com

Die Europäische Union führte erst 2019 einen grundlegenden Prüfmechanismus ein.

Der Einkauf von Alltagselektronik fühlte sich früher wie ein endloses Schnäppchen an.

Doch diese niedrigen Preise verbargen eine massive geopolitische Verschiebung, die erst jetzt ans Licht kommt.

Die Fabrik der Welt wurde still und leise zu ihrem größten Rivalen.

Ein vollständiges Monopol

Europa ist in seinen kritischsten Industrien stark von asiatischen Importen abhängig. Laut Onet ist diese Abhängigkeit angesichts der reinen Zahlen erschreckend.

China kontrolliert fast 100 Prozent der schweren Seltenen Erden, die für den Bau von Elektrofahrzeugen und riesigen Windturbinen benötigt werden. Sie liefern auch etwa 97 Prozent des Magnesiums, das von europäischen Fabriken benötigt wird.

Das Problem geht über Rohstoffe hinaus. Konrad Szatters, Analyst bei der Association for International Affairs, erklärte, dass europäische Geräte- und Autohersteller stark von älteren chinesischen Halbleitern, sogenannten Legacy-Chips, abhängig seien.

Der große Fehler

Westliche Staats- und Regierungschefs nahmen ursprünglich an, dass strenge politische Systeme nicht innovieren könnten. Sie glaubten, dass Europa die Technologie erfinden würde, während asiatische Fabriken die Teile lediglich montierten.

Der Handel florierte jahrzehntelang unter genau dieser Annahme. „Westliche Verbraucher hätten billige Produkte erhalten, Unternehmen hätten hohe Margen erzielt, und China habe seine Wirtschaft ausgebaut“, bemerkte Szatters im Onet-Interview.

Alle schienen mit der Vereinbarung zufrieden zu sein. „Das Problem sei gewesen, dass China etwas getan habe, womit viele westliche Experten nicht gerechnet hätten. Und es sei ein riesiger Schock gewesen“, erklärte der Experte.

Anstatt nur Dinge zu bauen, entwickelten chinesische Unternehmen ihre eigene fortschrittliche Technologie. Sie drängen nun europäische Unternehmen aktiv aus ausländischen und heimischen Märkten.

Langsames Erwachen

Die Vereinigten Staaten etablierten bereits vor Jahrzehnten Regeln, um riskante ausländische Investitionen zu blockieren. Im Gegensatz dazu führte die Europäische Union erst 2019 einen grundlegenden Prüfmechanismus ein.

Die europäische Bürokratie bewegt sich im Schneckentempo. Während globale Rivalen über Nacht Entscheidungen treffen, verbringt Brüssel Monate damit, komplexe Dokumente mit seinen Mitgliedstaaten auszuhandeln.

Tiefe Geschäftsbeziehungen erschweren schnelles Handeln zusätzlich. Bereits 2024 drängten deutsche Automobilhersteller ihre politischen Führer, sich neuen Zöllen auf chinesische Elektrofahrzeuge zu widersetzen.

Gemeinsamkeiten finden

Trotz der Verzögerungen versuchen europäische Beamte nun endlich aufzuholen. Sie führen neue Anti-Subventionsregeln ein und aktualisieren den Chips Act, um die lokale Halbleiterfertigung wieder aufzubauen.

Szatters bleibt hinsichtlich der Zukunft etwas optimistisch. Er wies darauf hin, wie schnell sich der Kontinent mobilisierte, als der Krieg in der Ukraine ausbrach.

Der Analyst glaubt, dass eine ähnlich geeinte Front durchaus möglich sei. Europa verfügt immer noch über einen riesigen Verbrauchermarkt, und diese Finanzkraft verschafft den Führungspersönlichkeiten echten Einfluss, um bessere Bedingungen auszuhandeln.

Quellen: Onet