Wenn das Wetter endlich warm wird, versuchen wir normalerweise, weniger Zeit damit zu verbringen, auf unsere leuchtenden Bildschirme zu starren.
Die meisten von uns schalten einfach ihre Chat-Benachrichtigungen stumm. Einige lassen das Smartphone am Nachmittag auf der Küchenzeile liegen. Doch ein prominenter politischer Denker möchte das Abschalten zu einem obligatorischen, landesweiten Gesetz machen.
Das Internet verdienen
Aleksandr Dugin ist ein äußerst einflussreicher Philosoph mit engen Verbindungen zum Kreml. Nun hat er einen zutiefst bizarren Plan vorgelegt, um zu kontrollieren, wie seine Mitbürger sich mit der modernen Welt verbinden.
Er möchte, dass die Behörden den Internetzugang stark einschränken. Der konservative Denker ist der Ansicht, der Staat solle Konnektivität als Privileg und nicht als Grundrecht behandeln. Die Moscow Times, zitiert von Onet, berichtete über diese extreme Vision für die Gesellschaft.
Während eines kürzlichen Interviews mit der Journalistin Ksenia Sobchak skizzierte Dugin seinen strengen Ansatz. Er erklärte schlicht, „dass Russen für gutes Benehmen Portionen des Internets erhalten sollten.“
Das Verdienen dieser wenigen Stunden des Scrollens würde totale Gehorsamkeit erfordern. Und selbst dann würde der Zugang verschwinden, sobald der Schnee schmilzt.
Im Sommer verboten
Der radikale Vorschlag verknüpft digitale Freiheit direkt mit den wechselnden Jahreszeiten. Dugin glaubt, dass das Offline-Halten der Menschen in den wärmeren Monaten ihre verlorene Identität irgendwie wiederherstellen werde.
Wenn der Staat das Internet im Frühling komplett abschalten würde, so argumentiert er, wären die Bürger gezwungen, persönlich zu interagieren. Sie könnten Roller fahren. Oder sie würden einfach vor Fenstern pfeifen, um ihre Freunde zu finden.
In seinen früheren Schriften behauptete er, diese strengen Beschränkungen würden jeden dazu drängen, neue Freunde zu finden und „echte, menschliche Leben“ zu führen.
Die Menschen könnten sich erst dann wieder in ihre Konten einloggen, wenn das eisige Winterwetter sie in Innenräumen gefangen hält. Dugin schrieb, die Konnektivität müsse „sich an die saisonalen Zyklen von Bären und Schmetterlingen anpassen.“
Totale staatliche Kontrolle
Das Abschalten der gesamten digitalen Welt erfordert einen massiven, aggressiven Sicherheitsapparat. Der Philosoph befürwortet diese düstere Realität voll und ganz.
Er fordert die russische Öffentlichkeit wiederholt auf, eine strenge Regierungsautorität ohne Fragen zu akzeptieren. Für ihn ist die Vorstellung einer freien, unüberwachten Gesellschaft nichts weiter als ein törichter Traum.
Er besteht darauf, dass intensive interne Unterdrückung viel sicherer sei als die Alternative. Das Land stehe vor einer binären Wahl. Es seien entweder lokale Herrscher oder externe Kräfte.
Dugin warnte seine Anhänger, sich sofort den Behörden zu unterwerfen. Er schrieb: „Wenn unsere eigenen Leute nicht herrschen, werden Ausländer herrschen. Ja, das ist die Welt, in der wir leben; wir haben keine andere Welt für Sie.“
Quellen: The Moscow Times, Ksenia Sobchak