Startseite Krieg Trump-unterstütztes Gaza-Gremium wegen leerem offiziellen Fonds in der Kritik

Trump-unterstütztes Gaza-Gremium wegen leerem offiziellen Fonds in der Kritik

Donald Trump Gaza war destruction
IAB Studio / Shutterstock

Die Initiative wurde als Instrument für den Wiederaufbau nach dem Krieg vorgestellt. Nun gerät ihre Finanzierung unter Druck, noch bevor größere Arbeiten begonnen haben.

Der offizielle Fonds der Weltbank für Donald Trumps Gaza Board of Peace hat bislang keine Einzahlungen erhalten – trotz Zusagen der Mitgliedstaaten in Höhe von insgesamt 17 Milliarden US-Dollar sowie der von Trump angekündigten US-Finanzierung, berichtet die Financial Times.

Vier mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten der Zeitung, dass das Konto der Weltbank weiterhin ungenutzt sei. Eine Quelle erklärte: „Null Dollar wurden auf das Konto eingezahlt.“

Stattdessen seien Spenden über ein Konto bei J.P. Morgan abgewickelt worden, teilte das Gremium mit. Die FT berichtet, dass dieser Weg nicht dieselben Offenlegungspflichten gegenüber Geldgebern oder Mitgliedern des Gremiums erfordert wie der Fonds der Weltbank.

Konto bei J.P. Morgan sorgt für Nachfragen

Ein mit dem Gremium verbundener Vertreter sagte der Financial Times, die Leitung werde „zu gegebener Zeit“ informiert.

Marokko habe 3 Millionen US-Dollar und die Vereinigten Arabischen Emirate 20 Millionen US-Dollar für Planung und Verwaltung bereitgestellt, schreibt die FT.

Die VAE hätten zudem 100 Millionen US-Dollar für die Ausbildung der Polizei im Gazastreifen vorgesehen, doch diese Mittel seien weiterhin eingefroren.

Eine geplante Zahlung von 50 Millionen US-Dollar vom US-Außenministerium steht ebenfalls noch aus, während der Kongress die finanziellen Schutzmechanismen sowie die Frage prüft, ob das Gremium für US-Unterstützung infrage kommt.

Trump ist laut Ekstra Bladet Vorsitzender des Gremiums. Zu den führenden Persönlichkeiten gehören Marco Rubio, Tony Blair, Steve Witkoff, Ajay Banga und Jared Kushner.

Der demokratische Senator Brian Schatz sagte, Rubio habe das Gremium als eine Institution ähnlich den Vereinten Nationen beschrieben, während Trump es anders dargestellt habe.

„Ich habe also keine Ahnung, was das eigentlich ist. Für mich ergibt das keinen Sinn“, sagte Schatz.

Arbeiten im Gazastreifen haben noch nicht begonnen

Middle East Eye berichtet, dass ein hochrangiger US-Beamter im April nach Saudi-Arabien gereist sei, um zugesagte Finanzmittel aus Riad einzufordern.

Bishara Bahbah, ein palästinensisch-amerikanischer Geschäftsmann, der während der von den USA unterstützten Waffenstillstandsverhandlungen mit der Hamas bei der Kommunikation geholfen hatte, bezeichnete die finanzielle Lage des Gremiums als „wirklich düster“.

Er sagte der Financial Times, die Organisation habe ihre Arbeit im Gazastreifen bislang nicht aufnehmen können, weil ihr die finanziellen Mittel fehlten, um selbst die ersten Vorhaben umzusetzen.

Nach Angaben Bahbahs ist die Lücke zwischen den öffentlich zugesagten Finanzmitteln und den tatsächlich verfügbaren Geldern für das Gremium zu einem erheblichen Hindernis für den Beginn der Wiederaufbauarbeiten geworden.

Damit steckt das Projekt zwischen öffentlichen Zusagen und praktischen Grenzen fest. Ohne freigegebene Mittel, transparente Kontrollmechanismen und einen geklärten rechtlichen Rahmen droht die Wiederaufbauplanung auf dem Papier zu bleiben, während der Bedarf an Erholung im Gazastreifen weiterhin akut ist.

Für die Geldgeber wirft der Streit zudem eine grundlegende Frage auf: Wer kontrolliert das Geld – und wie wird es ausgegeben?

Quellen: Financial Times, Ekstra Bladet, Middle East Eye