Weit entfernt von jeder Stadt, in den trockenen Gebieten, wo niemand lebt, findet ein stiller Kampf statt.
Regierungen vergraben ihre größten Geheimnisse oft unter Sand, in der Hoffnung, dass die Welt wegsieht. Doch vom Orbit aus bleibt nichts lange verborgen.
Eine Wüstenfestung
Satellitenkameras haben soeben ein erstaunliches Militärbauprojekt tief in der chinesischen Wüste enthüllt. Das weitläufige neue Netzwerk umgibt die mächtigsten Waffen des Landes.
Das Ziel ist einfach, aber tödlich ernst. Peking will sicherstellen, dass sein Atomwaffenarsenal einen Überraschungsangriff überleben und sofort zurückschlagen kann.
Exklusiven Satellitenbildern zufolge, die von Reuters beschafft und von Naftemporiki, zitiert wurden, umfasst das riesige Netz mehr als 80 abgelegene Standorte. Militärplaner konzipierten diese sicheren Basen, um mobile Raketenwerfer, Luftverteidigungsnetze und wichtige Kommunikationszentren zu schützen.
Wettlauf um die Macht
Jahrzehntelang verließ sich die asiatische Supermacht auf einen relativ kleinen Nuklearbestand. Nun sagen amerikanische Beamte, das Land rüste seine tödlichen Fähigkeiten schneller auf als jedes andere Land der Erde.
Der jüngste Geheimdienstbericht des Pentagons erwartet, dass Peking bis zum Ende des Jahrzehnts 1.000 Atomsprengköpfe lagern wird. Bereits 100 Langstreckenraketen wurden in drei Hauptwüstensilos platziert.
Zum Schutz dieses wachsenden Arsenals installieren Militäringenieure schnelle Frühwarnsysteme. Ein neues Satellitennetzwerk kann einen ankommenden Angriff in nur 90 Sekunden erkennen, so amerikanische Beamte.
Das gibt den Kommandeuren gerade genug Zeit, ihre eigenen Waffen abzufeuern, bevor die ersten Bomben fallen.
Ungekanntes Ausmaß
Westliche Analysten sind vom schieren Ausmaß dieser neuen Verteidigungslinien wirklich fassungslos.
Der britische Sicherheitsexperte Alexander Neill sagte Reuters über das enorme Ausmaß: „Die Infrastruktur wird in massivem Umfang gebaut und erstreckt sich über Tausende von Quadratkilometern in der Wüste, jenseits der Silos“, so Neill.
Er glaubt, dass der schnelle Bau auf eine große Verschiebung der globalen Strategie hindeutet.
Auch der Atomwaffenexperte Hans Kristensen überprüfte die Satellitendaten und zeigte sich schockiert. „So etwas habe ich noch nie gesehen“, sagte Kristensen Reuters. „Dies ist ein Vorhaben von gewaltigem Ausmaß.“
Der Taiwan-Faktor
Offiziell hält die Regierung an einer strengen Regel fest, Atomwaffen nicht zuerst einzusetzen. Doch hinter den Kulissen vermuten westliche Diplomaten, dass dieses erweiterte Arsenal einem sehr spezifischen politischen Zweck dient.
Durch die Schaffung eines unantastbaren nuklearen Schutzschildes hofft Peking, ausländische Kräfte von regionalen Konflikten abzuschrecken. Taiwan steht genau im Zentrum dieser Spannungen.
Präsident Xi Jinping warnte Donald Trump zuvor, dass Streitigkeiten um die Insel beide Nationen an einen gefährlichen Bruchpunkt treiben könnten.
Quellen: Reuters, Pentagon, US-Beamte, Naftemporiki