Startseite Krieg Ein weiterer Experte warnt: Russland darf nicht unterschätzt werden

Ein weiterer Experte warnt: Russland darf nicht unterschätzt werden

Vladimir Putin, EU, European Union
Kremlin.ru / Wikimedia Commons / Shutterstock.com

Trotz hoher Verluste in der Ukraine warnen Experten, dass Russland weiterhin eine ernsthafte Bedrohung darstellt und zunehmend bereit sein könnte, den Konflikt zu eskalieren.

Obwohl Russland durch den Krieg in der Ukraine seit mehreren Jahren gebunden ist, sollte das Land weiterhin als eine ernsthafte sicherheitspolitische Herausforderung für Europa betrachtet werden. Zu diesem Schluss kommt der polnische Experte Sławomir Dębski.

Diese Einschätzung wurde in der Sendung Didaskalia vorgestellt, in der Dębski und der ehemalige polnische Generalstabschef Rajmund Andrzejczak die Folgen der russischen Invasion in die Ukraine diskutierten.

Nach Ansicht der Experten hat der Krieg Russland zwar hohe Kosten verursacht, doch dies mindert nicht die Fähigkeit des Landes, Instabilität in der Region zu schaffen und politischen Druck auf europäische Staaten auszuüben, berichtet WP Wiadomości.

Der Krieg fordert seinen Tribut

Laut Dębski haben die Jahre des Krieges Russlands militärische Stärke im Vergleich zu den frühen Phasen des Konflikts deutlich geschwächt.

Seiner Ansicht nach hat der Krieg Ressourcen aufgebraucht und militärische Fähigkeiten reduziert, die andernfalls an anderer Stelle hätten eingesetzt werden können.

Gleichzeitig betonte er, dass das Land mit Herausforderungen bei der Rekrutierung von Soldaten, der Ausrüstung und im Energiesektor zu kämpfen habe.

„Russland ist in der Ukraine festgefahren – entgegen seinen ursprünglichen Absichten. Es verliert Fähigkeiten, die für uns gefährlich gewesen wären“, sagte Dr. Dębski während der Sendung laut WP Wiadomości.

Die Ukraine ist entscheidend

Dem Experten zufolge könnte der Ausgang des Krieges weitreichende Folgen für die zukünftige Sicherheit Europas haben. Er ist der Ansicht, dass ein ukrainischer Sieg es Russland erschweren würde, seine frühere Stärke wiederzuerlangen, berichtet WP Wiadomości.

„Ein Sieg der Ukraine würde die Schaffung eines Sicherheitssystems bedeuten, das eine Rückkehr Russlands wesentlich unwahrscheinlicher macht (…) Deshalb strebt die Ukraine eine NATO-Mitgliedschaft an und möchte die Vereinigten Staaten stärker in ihre Sicherheitsarchitektur einbinden. Sie will ein System schaffen, das Russland glaubwürdig und wirksam abschrecken kann. Russland ist heute schwächer als im Jahr 2022“, sagte er.

Gleichzeitig betonte Dębski, dass sich europäische Regierungen nicht durch Russlands derzeitige Schwierigkeiten in Sicherheit wiegen lassen sollten.

„Russland darf nicht unterschätzt werden (…) Russland wird Gewalt anwenden. Es möchte eine glaubwürdige Bedrohung für die Ukraine und auch für uns darstellen. Das, was Russland derzeit anbietet, betrachtet es als seinen Vorteil: die Fähigkeit, eine glaubwürdige Bedrohung für den Frieden in Europa darzustellen. Im Gegenzug fordert es politische Zugeständnisse dafür, dass es keinen Krieg beginnt“, sagte er.

Sorge vor weiterer Eskalation

Wir haben bereits zuvor über die wachsenden Befürchtungen berichtet, dass Russland eher bereit sein könnte, den Konflikt weiter zu eskalieren, falls die aktuellen militärischen Verluste anhalten.

Einige Analysten sind der Meinung, dass der zunehmende Druck bei der Rekrutierung und der Bedarf an weiteren Mobilisierungsmaßnahmen das Risiko einer breiteren Konfrontation über den derzeitigen Krieg in der Ukraine hinaus erhöhen könnten.

Sie argumentieren, dass ein solches Szenario trotz der gegenwärtigen militärischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten Russlands eine erhebliche Herausforderung für die europäische Sicherheit darstellen würde.

Quelle: WP Wiadomości