Russland baut nahe Finnland einen neuen Militärstützpunkt, der künftig bis zu 6.000 Soldaten beherbergen könnte.
In Karelien errichtet Russland eine neue Garnison in Nowaja Wilga.
Die Basis soll mehrere Tausend Soldaten aufnehmen können – Schätzungen zufolge zwischen 4.000 und 6.000, berichtet Yle.
Die Bauarbeiten begannen Anfang dieses Jahres, und mehrere größere Gebäude befinden sich bereits im Bau. Das Projekt ist Teil von Russlands militärischem Ausbau in Gebieten nahe den Grenzen der NATO-Staaten.
Experten gehen davon aus, dass die Basis langfristig Russlands militärische Fähigkeiten in der Region stärken könnte, obwohl die Anlage noch weit von ihrer vollständigen Einsatzbereitschaft entfernt ist.
Teil eines größeren Aufbaus
Die Pläne umfassen einen großen Militärkomplex mit mehreren Funktionen.
Unter anderem sollen auf dem Gelände Unterkünfte für Soldaten, Wohngebäude sowie verschiedene Einrichtungen entstehen, die den täglichen Betrieb unterstützen.
Der pensionierte finnische Major Marko Eklund betrachtet das Projekt als Teil einer umfassenderen russischen Anstrengung zur Stärkung der Streitkräfte entlang der NATO-Grenzen.
„Die Zahl der Kampftruppen am Boden wächst sehr schnell“, sagte Eklund gegenüber Yle.
Wird mehrere Jahre dauern
Obwohl die Bauarbeiten rasch voranschreiten, erwartet Eklund nicht, dass die neuen Kräfte kurzfristig entscheidenden Einfluss haben werden. Er weist darauf hin, dass Personal, Ausrüstung und Infrastruktur noch aufgebaut werden müssen.
„Man kann keine moderne Armee mit rostigen Panzern aus sibirischen Testgeländen aufbauen, daher wird es sehr viel Zeit und Geld kosten“, sagte er.
Laut Eklund wird die künftige Garnison erst dann eine echte militärische Bedeutung erlangen, wenn die Soldaten rekrutiert, ausgebildet und ausgerüstet wurden.
Bis dahin werde der Bau vor allem als Hinweis auf Russlands langfristige Pläne für die Region dienen, berichtet Yle.
Russland verlagert den Fokus auf die NATO-Grenze
Der Bau der neuen Garnison steht wahrscheinlich im Zusammenhang mit Finnlands NATO-Mitgliedschaft, berichtet Militarnyi.
Nachdem Finnland 2023 dem Bündnis beigetreten war, stellte Russland den sogenannten Leningrader Militärbezirk wieder her, der Karelien und die Gebiete entlang der finnischen Grenze umfasst.
Mehrere Analysten gehen davon aus, dass die neue Basis nahe Petrosawodsk Teil einer langfristigen Neuorganisation der russischen Streitkräfte in Nordwesteuropa ist.
Quellen: Yle, Militarnyi