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Der KI-Goldrausch beschert Unternehmen eine wachsende Rechnung

Business people discussing financial reports and marketing charts during corporate meeting, focusing on strategy, planning, data analysis and teamwork
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Unternehmen wägen neue Tools gegen bekannte geschäftliche Zwänge ab. In der nächsten Phase geht es um Kontrolle, nicht um Neuheit.

Der KI-Boom hat sich von den Technologieabteilungen in die Finanzbesprechungen verlagert. Nach einem Jahr rasanter Einführungen stellen Unternehmen nun eine schwierigere Frage: Was bringt eine intensive Nutzung tatsächlich?

Auch in Dänemark werden ähnliche Bedenken bei Unternehmen laut, die Enterprise-KI-Tools nutzen.

Frederikke Saabye, Direktorin für Digitalisierung, Technologie und Telekommunikation beim Wirtschaftsverband Dansk Erhverv, erklärte gegenüber TV 2 Danmark, dass einige Unternehmen umfassende Lizenzen erworben hätten, bevor ein klarer Business-Case definiert worden sei.

„Die Menschen erleben Zeitersparnisse, aber nur sehr wenige können den Effekt in den Geschäftszahlen isoliert nachweisen“, sagte Saabye.

Globale Unternehmen treten auf die Bremse

Die Sorge ist nicht auf Dänemark beschränkt. Laut TechCrunch hatte Uber bereits im April sein KI-Budget für Coding für das Jahr 2026 ausgeschöpft. Dadurch entstand eine unangenehme Lücke zwischen den Ausgaben und den messbaren Geschäftsergebnissen.

Das Problem bestand nicht einfach darin, dass Mitarbeitende KI nutzten. Vielmehr ließen sich die höheren Kosten nur schwer mit besseren finanziellen Ergebnissen in Verbindung bringen, was die interne Rechtfertigung der Investitionen erschwerte.

„Es wird schwieriger zu rechtfertigen, weil es nicht kostenlos ist. KI ist nicht kostenlos“, sagte Ubers Chief Operating Officer Andrew MacDonald laut TV 2 Danmark.

Walmart hat einen stärker kontrollierten Weg eingeschlagen. Wie Bloomberg über Yahoo Finance berichtete, begrenzte der Einzelhändler die Nutzung seines internen KI-Tools Code Puppy durch Mitarbeitende, nachdem die Nachfrage stark gestiegen war.

Das Tool war eingeführt worden, um Aufgaben wie Tabellenkalkulationen und Präsentationen zu unterstützen. Die intensive Nutzung führte jedoch dazu, dass das Unternehmen Limits für Tokens einführen musste – die Einheiten, mit denen KI-Rechenaktivität gemessen wird.

Nutzung kann zum Selbstzweck werden

Die Erfahrungen von Amazon zeigen, wie Anreizsysteme die Einführung neuer Technologien verzerren können, wenn die Nutzung selbst belohnt wird. Laut Financial Times schaffte das Unternehmen eine interne KI-Rangliste ab, nachdem einige Mitarbeitende ihre Aktivität erhöht hatten, um ihre Platzierungen zu verbessern, was vermeidbare Rechenkosten verursachte.

Das Rankingsystem sollte ursprünglich dazu dienen, Beschäftigte zum Experimentieren mit KI-Tools zu motivieren. Stattdessen soll es einige Mitarbeitende zu einem höheren Tokenverbrauch verleitet haben, selbst wenn die zusätzliche Aktivität die Arbeit offenbar nicht verbesserte.

„Bitte nutzt KI nicht einfach nur um der KI willen“, sagte Amazons Senior Vice President Dave Treadwell laut Financial Times den Mitarbeitenden.

Auch GitHub hat sein Modell angepasst, da KI-Coding-Tools immer ressourcenintensiver werden. In einem Unternehmensbeitrag erklärte GitHub, dass Copilot auf nutzungsbasierte Abrechnung umgestellt werde, weil lange agentische Coding-Sitzungen deutlich mehr Rechenleistung erfordern können als kurze Anfragen an einen Assistenten.

Die Umstellung bedeutet, dass Kunden stärker nach ihrem tatsächlichen Tokenverbrauch abgerechnet werden, statt ausschließlich über eine pauschale, an Anfragen orientierte Struktur. Für Entwickler und Unternehmen werden die KI-Kosten dadurch transparenter, aber auch weniger vorhersehbar.

Die Ergebnisse bleiben uneinheitlich

Chris Reed, Senior Director für IT-Finanzen bei Priceline, beschrieb den Druck gegenüber TechCrunch mit drastischen Worten:

„Es ist wie die Crack-Kokain-Epidemie.“

„Man lässt dich es ausprobieren, damit du abhängig wirst, und jetzt bist du gewissermaßen davon abhängig“, sagte er.

Auch OpenAI-Chef Sam Altman hat die Entwicklung eingeräumt.

„Ich denke, wir können Wege finden, den Menschen zu helfen. Zu Beginn des Jahres war das ein Problem, das nie erwähnt wurde, und plötzlich ist es zu einem großen Problem geworden“, sagte er laut TV 2 Danmark.

Eine Studie von Bain & Company ergab, dass lediglich sieben Prozent der befragten Unternehmen vollständig autonome KI-Agenten in der Produktion haben.

Für Arbeitgeber ist die Botschaft eindeutig: Hohe Nutzungszahlen allein reichen nicht mehr aus. Die Tools müssen nun auch die Rechnung rechtfertigen.

Quellen: TV 2 Dänemark, TechCrunch, Yahoo Finance, Financial Times, GitHub, Studie von Bain & Company