Startseite Nachrichten Der Trend, der Ölproduzenten beunruhigt: China verbraucht weniger Öl

Der Trend, der Ölproduzenten beunruhigt: China verbraucht weniger Öl

China traffic
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Chinas rascher Umstieg auf Elektrofahrzeuge und den öffentlichen Verkehr senkt die Ölnachfrage und verändert die Erwartungen an den globalen Energiemarkt.

Chinas Energieverbrauch wandelt sich. Ein immer größerer Teil des Verkehrs wird inzwischen durch Elektrofahrzeuge und den öffentlichen Nahverkehr abgewickelt, was zu einem deutlichen Rückgang beim Verbrauch traditioneller Kraftstoffe beiträgt.

Gleichzeitig hat die schwächere Nachfrage aus China dazu beigetragen, den Anstieg der Rohölpreise zu begrenzen, obwohl der Konflikt im Nahen Osten für Unsicherheit an den Energiemärkten sorgt.

Chinas Bedeutung für den globalen Ölmarkt ist enorm, da das Land weiterhin zu den größten Rohölkäufern der Welt gehört.

Daher stoßen diese neuen Verbrauchsmuster bei Analysten und Ölproduzenten auf großes Interesse, berichtet Reuters.

Immer mehr Menschen setzen auf Strom

Eine Erklärung dafür ist die rasche Elektrifizierung des Verkehrssektors.

Daten der China Charging Alliance zeigen, dass das Laden von Elektrofahrzeugen im April im Vergleich zum Vorjahr um 69 Prozent gestiegen ist.

Auch der öffentliche Nahverkehr gewinnt an Bedeutung. Vor allem der Schienenverkehr verzeichnete in den ersten Monaten des Jahres eine höhere Auslastung, während mehrere Großstädte von einer zunehmenden Nutzung elektrifizierter Verkehrslösungen berichten.

JP Morgan schrieb in einer von Reuters zitierten Analyse: „Es sieht so aus, als hätten die Verbraucher eine stille wirtschaftliche Entscheidung getroffen. Angesichts höherer Preise für Benzin, Diesel und Flugreisen scheinen viele von ölbasierten Verkehrsmitteln Abstand genommen zu haben.“

Ölverbrauch geht zurück

Die veränderten Verkehrsgewohnheiten spiegeln sich bereits in den Kraftstoffverkäufen wider. Reuters berichtet, dass die Benzinverkäufe von Sinopec im April um 8 Prozent zurückgingen, während die Dieselverkäufe um 6 Prozent sanken.

Gleichzeitig sind Chinas Rohölimporte deutlich zurückgegangen. Im Mai importierte das Land 7,8 Millionen Barrel Öl pro Tag – laut Reuters der niedrigste Stand seit acht Jahren.

Analysten sehen die entscheidende Frage nun darin, ob sich dieser Trend fortsetzen wird.

Sollte dies der Fall sein, könnte dies die langfristigen Aussichten für den Ölverbrauch verändern und die Energiebranche dazu zwingen, ihre Erwartungen an die künftige Nachfrage neu zu bewerten.

Globaler Trend beeinflusst den Ölverbrauch

Diese Entwicklung beschränkt sich jedoch nicht auf China, sondern ist laut der Internationalen Energieagentur (IEA) Teil eines breiteren globalen Trends.

Die Internationale Energieagentur (IEA) geht davon aus, dass sich das Wachstum der weltweiten Ölnachfrage verlangsamt, unter anderem aufgrund der zunehmenden Verbreitung von Elektrofahrzeugen.

In einer Analyse weist die Agentur zudem darauf hin, dass die rasche Elektrifizierung des Verkehrs sowie der Ausbau von Hochgeschwindigkeitsstrecken dazu beitragen, den Ölverbrauch in China zu senken.

Quellen: Reuters, IEA