Eine große Gruppe von MAGA-Anhängern hat genug vom Präsidenten, zeigen die neuesten Zahlen.
Politische Loyalität war lange Zeit eine von Donald Trumps größten Stärken außerhalb der größten amerikanischen Städte. In ländlichen Gemeinden trug die Unterstützung für den Präsidenten dazu bei, drei Wahlkämpfe ums Weiße Haus zu befeuern und seinen Einfluss innerhalb der Republikanischen Partei zu festigen.
Eine aktuelle Umfrage von Reuters/Ipsos deutet nun darauf hin, dass dieses Fundament möglicherweise nicht mehr so solide ist, wie es einst schien.
Neue Daten zeigen, dass die Zustimmung zu Trumps Amtsführung unter ländlichen Amerikanern seit den ersten Monaten seiner zweiten Amtszeit stark gesunken ist, wobei Bedenken hinsichtlich der Lebenshaltungskosten, Kraftstoffpreise und wirtschaftlichen Unsicherheit einen Großteil der Unzufriedenheit verursachen.
Rückhalt in wichtiger Wählergruppe schwindet
Laut einer Anfang Juni durchgeführten Reuters/Ipsos-Umfrage ist Trumps Zustimmungsrate unter ländlichen Amerikanern auf 50 % gesunken, von 60 % kurz nachdem er im Februar 2025 wieder ins Amt zurückgekehrt war.
Die Ablehnung stieg parallel dazu von 34 % auf 48 %.
Solche Zahlen sind bedeutsam, da ländliche Wähler stets zu Trumps zuverlässigsten Unterstützern gehörten. Eine Analyse der Wählerbefragungen nach der Wahl 2024 zeigte, dass Trump im ländlichen Amerika mit 40 Prozentpunkten Vorsprung gewann, einer noch stärkeren Marge als 2020 oder 2016.
Wachsende Frustration innerhalb dieser Gruppe könnte für die Republikaner vor den Zwischenwahlen im nächsten Jahr, bei denen die Partei knappe Mehrheiten im Kongress verteidigen wird, Herausforderungen schaffen.
Steigende Kosten fordern ihren Tribut
Ein Großteil der Unzufriedenheit scheint mit den Haushaltsfinanzen zusammenzuhängen.
Die Umfrage ergab, dass nur 31 % der ländlichen Befragten Trumps Umgang mit den Lebenshaltungskosten und der Gesamtwirtschaft billigen, während 61 % ihn missbilligen.
Diese Zahlen stellen eine erhebliche Verschiebung gegenüber dem Beginn von Trumps Amtszeit dar, als die Ansichten zur Wirtschaftsführung weitaus gleichmäßiger verteilt waren.
Brian Rauch, ein Bewohner Montanas und Luftwaffenveteran, der bei jeder der letzten drei Präsidentschaftswahlen für Trump gestimmt hat, sagte, höhere Alltagskosten hätten seine Sicht auf die Regierung verändert.
„Wir stecken in größeren Wasserstreitigkeiten mit KI, wir alle zahlen mehr für Lebensmittel und wir alle zahlen mehr für Benzin“, sagte Rauch.
„Mein Alltag ist negativ betroffen, und ich habe diese anderen Vorteile nicht gesehen.“
Rauch hinterfragte auch die Begründung für die laufende militärische Kampagne der USA und Israels gegen den Iran und äußerte Bedenken hinsichtlich wachsender Infrastrukturanforderungen, die mit der Entwicklung künstlicher Intelligenz in seinem Bundesstaat verbunden sind.
Kraftstoffpreise treffen ländliche Gemeinden härter
Wirtschaftlicher Druck ist im ländlichen Amerika besonders spürbar, da die Bewohner typischerweise viel längere Strecken zurücklegen als diejenigen, die in städtischen Gebieten leben.
Bundesverkehrsdaten zeigen, dass ländliche Amerikaner im Durchschnitt etwa 48 Kilometer pro Tag fahren, verglichen mit etwa 27 Kilometern bei Stadtbewohnern.
Höhere Kraftstoffkosten wirken sich daher unmittelbarer auf die Haushaltsbudgets aus.
Die Besorgnis über die Benzinpreise hat sich verstärkt, inmitten von Befürchtungen, dass geopolitische Spannungen mit dem Iran zusätzlichen Druck auf die Energiemärkte ausüben könnten.
Landwirte stehen vor zusätzlichen Herausforderungen
Wirtschaftliche Bedenken gehen über die Familienbudgets hinaus.
Landwirte haben ein schwieriges Jahr erlebt, gekennzeichnet durch steigende Düngemittelkosten, niedrigere Erntepreise und reduzierte Exportmöglichkeiten im Zusammenhang mit Handelsstreitigkeiten.
Auch die Dieselpreise sind in mehreren Regionen stark gestiegen, was sowohl für landwirtschaftliche Erzeuger als auch für kommerzielle Fischer neue Herausforderungen schafft.
Für Betriebe, die bereits mit knappen Margen arbeiten, können Transportkosten schnell zu einer erheblichen finanziellen Belastung werden.
Sorgen vor den Zwischenwahlen kommen auf
Bryan Shaver, ein Versicherungsvertreter aus Mississippi, der Trump bei der Wahl 2024 unterstützte, sagte, die anhaltende Inflation habe ihn hinsichtlich der Aussichten der Republikanischen Partei besorgt gemacht.
„Ich habe das Gefühl, dass wir im November große Probleme bekommen werden“, sagte er.
Obwohl Trumps Unterstützung im ländlichen Amerika stärker bleibt als in vielen anderen Teilen des Landes, deutet eine aktuelle Umfrage darauf hin, dass wirtschaftliche Bedenken für eine wachsende Zahl von Wählern beginnen, die politische Loyalität zu überwiegen.
Für einen Präsidenten, dessen Wahlerfolg stark von der Wahlbeteiligung auf dem Land abhing, dürfte dieser Trend in den kommenden Monaten in Washington aufmerksame Beobachtung finden.