Nur sechs Länder bevorzugen die Vereinigten Staaten immer noch gegenüber China.
Wenn Supermächte um Einfluss wetteifern, ist das Gewinnen der öffentlichen Meinung ebenso wichtig wie der Abschluss von Handelsabkommen.
Jahrelang hielt dasselbe Land zuverlässig den ersten Platz als weltweit beliebtester Staat inne.
Nun hat eine gewaltige Verschiebung das Blatt komplett gewendet.
Historischer Umschwung
Laut einer neuen Umfrage des Pew Research Centers, zitiert von NPR, bewerten globale Bürger China nun positiver als die Vereinigten Staaten. Dies markiert das erste Mal in zwanzig Jahren der Umfragen, dass Peking Washington übertroffen hat.
Die Forscher befragten Menschen in 36 Gebieten, wie sie über die beiden Nationen dachten. In 25 dieser Orte hatte China die Nase vorn.
Der Zeitpunkt deutet an, warum sich die Stimmung änderte. Die Umfrage fand zwischen Februar und Mai statt, genau als die USA und Israel einen Krieg gegen den Iran starteten.
Frustration mit der Führung
Der Meinungsumschwung erstreckt sich direkt auf die Verantwortlichen. In 22 befragten Nationen weist Chinas Staatschef Xi Jinping eine höhere Beliebtheitsrate auf als US-Präsident Donald Trump.
Diese Zahlen spiegeln eine deutliche Veränderung unter Amerikas engsten Verbündeten wider. Große europäische Mächte wie Frankreich, Deutschland und das Vereinigte Königreich haben ihre Präferenz alle in Richtung Peking verschoben.
Kanada und Mexiko bewerten China ebenfalls positiver als ihren direkten Nachbarn. In Kanada sanken die positiven Ansichten über die USA von 57 Prozent im Jahr 2023 auf nur 33 Prozent in diesem Jahr.
An Ansehen verlieren
Pew-Forscher führen den Rückgang der USA auf jüngste internationale Aktionen zurück. Laura Silver, eine leitende Forscherin der Studie, erklärte, wie aktuelle Ereignisse diese Ansichten prägten.
Sie sagte der Associated Press, die USA hätten in den letzten Monaten und Jahren viel im Bereich des globalen Engagements unternommen, was international nicht positiv wahrgenommen werde.
Trump belegte kürzlich kanadische Waren mit Zöllen und behauptete, das Land könne „der 51. Bundesstaat“ werden. Andere Schritte, wie die Forderung nach Kontrolle über Grönland, haben Washingtons Ansehen weiter geschädigt.
Die Menschen sehen Peking nun als zuverlässigeren Partner für den Frieden. Dennoch haben die USA einen schrumpfenden Vorsprung vor China, was den Respekt vor persönlichen Freiheiten betrifft.
Die wenigen verbleibenden Befürworter
Nur sechs Länder in der Umfrage bevorzugen die Vereinigten Staaten immer noch gegenüber China. Israel führt diese kleine Gruppe an, wobei etwa acht von zehn Einwohnern Washington positiv bewerten.
Andere Nationen, die eine positive Ansicht über die USA beibehalten, sind Japan, Indien, Südkorea, die Philippinen und Polen.
Selbst innerhalb dieser freundlichen Grenzen haben sich die positiven Gefühle gegenüber Amerika in letzter Zeit getrübt. Diese Zahlen zeichnen ein klares Bild einer Welt, die ihre Loyalitäten schnell neu ordnet.
Quellen: The Associated Press, Pew Research Center, NPR