Er hat untersucht, wie 35 verschiedene Länder Kriminalität betrachten, und dabei einige frappierende Unterschiede festgestellt.
Serienmörder gibt es überall. Die amerikanische Kultur schafft jedoch ein einzigartig gefährliches Umfeld, in dem sie gedeihen können.
Der Gerichtspsychologe Dr. Eric Hickey erläuterte in der LADbible-Reihe Minutes With, wie Medienaufmerksamkeit kriminelles Verhalten prägt.
Er stellte fest, dass amerikanische Nachrichtenagenturen über Tötungsdelikte weitaus genauer berichten als jene in anderen Ländern.
Hickey sagte, er habe etwa 35 Länder untersucht und dass westliche Medien diese Verbrechen öffentlich machten.
Hollywood spiele ebenfalls eine zentrale Rolle, indem es reale Gewalt in populäre Unterhaltung verwandle und diese dadurch effektiv verherrliche, erklärte Hickey.
Dieses konstante Medienrampenlicht könne bei gefährdeten Personen gefährliche Wettbewerbsinstinkte auslösen. Eine intensive Berichterstattung führe dazu, dass potenzielle Täter das kopierten, was sie auf dem Bildschirm sähen.
Laut Hickey ließen Medienberichte potenzielle Täter glauben, sie könnten es „besser machen“ als der im Film, in der Serie oder in der Dokumentation dargestellte Mörder – entweder indem sie den Behörden entgingen oder indem sie mehr Opfer töteten.
Geschlecht und Trauma
Medienpräsenz allein könne nicht erklären, warum männliche Täter die überwiegende Mehrheit der Serienmorde begingen. Im Hintergrund verwies Hickey auf grundlegende Unterschiede in der Art und Weise, wie Männer und Frauen mit frühen emotionalen Schäden umgingen.
Kindheitstraumata betreffen jeden. Dennoch drängten gesellschaftliche Erwartungen Männer zu gewalttätigen Ausdrucksformen, während Frauen Schmerz anders verarbeiteten.
Hickey erklärte, ein Teil der Erklärung dafür, warum nur 16 Prozent der Serienmörder weiblich seien, liege in einem grundlegenden Unterschied darin, wie Männer und Frauen mit Problemen und Traumata umgingen, und dass Frauen dazu neigten, andere Wege zu finden, um weiterzumachen.
Reue ohne Empathie
Jenseits von Geschlechtsunterschieden funktioniere der Geist eines Serienmörders ohne echte emotionale Verbindung. Viele Menschen nähmen an, dass Täter Reue gegenüber ihren Opfern empfänden.
Die psychologische Realität sei jedoch weitaus kälter.
Am Beispiel von Jeffrey Dahmer verdeutlichte Hickey, dass solche Mörder nur um ihr eigenes vergeudetes Leben trauerten.
„Nekrophile wie Dahmer empfinden Reue“, erklärte Hickey. „Nicht, weil sie Menschen getötet haben. Sie bauen keine Verbindung zu den Opfern auf. Sie empfinden Reue über ihr vergeudetes Leben.“
Das gesamte Interview mit Dr. Eric Hickey finden Sie hier auf YouTube (öffnet neuen Tab).