Elektroautos könnten in Europa und China einen Punkt ohne Umkehr erreicht haben, da die Verkaufszahlen weiter steigen, während Benzin- und Dieselfahrzeuge zunehmend Marktanteile verlieren.
Elektroautos könnten in Europa und China einen Punkt ohne Umkehr erreicht haben, da die Verkaufszahlen weiter steigen, während Benzin- und Dieselfahrzeuge zunehmend Marktanteile verlieren.
Laut einer in Nature Communications veröffentlichten Studie, über die The Ecologist berichtete, wird der Wandel hin zu Elektrofahrzeugen in wichtigen globalen Märkten inzwischen „selbsttragend“.
EV-Verkäufe steigen rasant
Die Forscher analysierten Fahrzeugverkäufe in 32 Ländern zwischen 2016 und 2023.
Sie stellten fest, dass sich die weltweite Zahl von Elektro- und Hybridfahrzeugen etwa alle 1,5 Jahre verdoppelt hat.
China und Europa entwickelten sich zu den am schnellsten wachsenden EV-Märkten, wobei die Verkaufszahlen Jahr für Jahr stark zunahmen.
Gleichzeitig begannen die Verkäufe traditioneller Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ab etwa 2019 zurückzugehen.
Markt erreicht Wendepunkt
Wissenschaftler sagen, mehrere Indikatoren deuteten inzwischen darauf hin, dass Europa und China einen wichtigen „Kipppunkt“ überschritten hätten.
Eines der deutlichsten Zeichen sei der schnelle Anstieg des EV-Marktanteils bei gleichzeitig sinkender Nachfrage nach Benzin- und Dieselfahrzeugen.
Die Forscher beobachteten zudem zunehmende Instabilität auf den Märkten für fossilbetriebene Fahrzeuge, bevor deren Rückgang sich beschleunigte.
Die Studie verglich dieses Muster mit Klimakipppunkten, wie sie häufig in Umweltsystemen beobachtet werden.
Preise sinken
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die zunehmende Preisgleichheit zwischen Elektroautos und herkömmlichen Fahrzeugen.
Die Forscher prognostizieren, dass Elektroautos in Europa und China zwischen 2025 und 2028 allgemein preislich konkurrenzfähig werden könnten.
Die USA, Kanada und Südkorea dürften kurz darauf folgen.
Sinkende EV-Preise sollen außerdem die Verbreitung in Entwicklungsmärkten später in diesem Jahrzehnt beschleunigen.
Staatliche Politik als Schlüsselfaktor
Laut der Studie spielte staatliche Unterstützung eine entscheidende Rolle bei der schnellen Verbreitung von Elektrofahrzeugen.
Die Forscher erklärten, dass Subventionen, Produktionsvorgaben und öffentliche Investitionen die notwendige kritische Masse für das starke Wachstum geschaffen hätten.
Professor Tim Lenton von der University of Exeter sagte, Hersteller riskierten, „zurückgelassen“ zu werden, wenn sie nicht auf EV-Produktion umstellen.
Experten ergänzten, dass fortgesetzte politische Unterstützung entscheidend bleibe, wenn Länder ihre Klimaziele erreichen wollen.
Studie warnt vor Umbruch am Ölmarkt
Der Bericht warnte außerdem davor, dass der Wandel die globalen Ölmärkte erheblich verändern könnte.
Die Forscher erklärten, dass die sinkende Nachfrage nach Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor dazu führen könnte, dass die weltweite Ölnachfrage noch vor 2030 ihren Höhepunkt erreicht.
Während ölimportierende Staaten wirtschaftlich profitieren könnten, droht einigen ölproduzierenden Volkswirtschaften wachsender finanzieller Druck.
Die Studie kam zu dem Schluss, dass die weltweite Umstellung auf Elektrofahrzeuge zunehmend schwer umkehrbar wird.
Quellen: The Ecologist, Nature Communications