Startseite Geschichte Die Gräfin, die einem Prozess entging, während andere hingerichtet wurden

Die Gräfin, die einem Prozess entging, während andere hingerichtet wurden

A painting of Elizabeth Báthory, known as the “Bloody Countess,” displayed among the ruins of Čachtice Castle in Slovakia, where she was confined before her death in 1614.
LuFilu / Shutterstock.com

Eine Adlige wurde Verbrechen beschuldigt, die später zu einer der dunkelsten Legenden Europas wurden. Sie wurde nie formell vor Gericht gestellt, doch ihre Diener wurden hingerichtet, und sie starb eingesperrt in ihrem Schloss.

Die Geschichte von Elizabeth Báthory beginnt mit außergewöhnlichen Privilegien. Sie wurde 1560 geboren und gehörte einer der mächtigsten Adelsfamilien im ungarischen Reich an.

Laut Britannica heiratete sie 1575 Graf Ferencz Nádasdy und lebte später auf Schloss Čachtice, das heute in der Slowakei liegt.

Ihre Stellung spielte eine wichtige Rolle, als sich die Anschuldigungen gegen ihren Haushalt häuften. Laut Historienet schickte König Matthias II. Graf György Thurzó, um Berichte über Entführungen, Folter und Mord im Zusammenhang mit Báthorys Schloss zu untersuchen.

Die Durchsuchenden fanden verletzte Frauen, Gefangene und Leichen im Schloss. Solche Einzelheiten sind bis heute verstörend, verlangen aber auch Vorsicht.

Ein großer Teil des Falls stützt sich auf jahrhundertealte Zeugenaussagen, politischen Druck und spätere Nacherzählungen, nicht auf moderne forensische Beweise.

Umstrittene Beweise

Die Anschuldigungen wurden für die Behörden schwerer zu ignorieren, als sie Berichten zufolge Mädchen aus Adelsfamilien betrafen und nicht nur ärmere Opfer aus Dörfern.

In einer Gesellschaft, die auf ererbtem Rang beruhte, veränderte diese Verschiebung das politische Gewicht des Falls und machte es schwieriger, das Schweigen aufrechtzuerhalten.

Verfahren gegen mehrere mutmaßliche Komplizen begannen 1611. Britannica zufolge wurde Báthory selbst nicht vor Gericht gestellt.

Associated Press schreibt, dass vier Diener nach einer königlichen Untersuchung verurteilt und hingerichtet wurden.

Historienet zufolge behauptete ein Diener, ein Tagebuch habe 612 Namen enthalten.

Diese Zahl trug dazu bei, Báthory zu einem Symbol extremer Grausamkeit zu machen, bleibt jedoch Teil der umstrittenen Überlieferung und ist keine unabhängig bestätigte Todeszahl.

Dieselbe Vorsicht gilt für den berühmtesten Teil der Legende: die Behauptung, sie habe in Blut gebadet.

Zeitgenössische Quellen bestätigen diese Geschichte nicht, auch wenn spätere Volksüberlieferungen sie zu einem zentralen Bestandteil ihres Bildes machten.

Was die Geschichte nicht klären kann

Báthory durfte nicht ins öffentliche Leben zurückkehren. Nach der Untersuchung wurde sie auf Schloss Čachtice festgesetzt, wo sie 1614 im Alter von 54 Jahren starb.

Der Fall hat überdauert, weil er zwischen Verbrechen, Politik und Mythos steht. Diener sagten aus, königliche Beamte griffen ein, Strafen wurden vollstreckt, und spätere Autoren machten aus der Geschichte gotischen Stoff.

Mehr als 400 Jahre später bleibt Báthory schwer zu fassen. Sie ist als die Blutgräfin in Erinnerung geblieben, doch die erhaltenen Quellen sind weniger ein abgeschlossener Fall als eine Warnung davor, wie Macht, Angst und Erzählungen Geschichte prägen können.

Quellen: Historienet, Encyclopaedia Britannica, Associated Press