Eine Entdeckung unter einem Kirchenboden in den Niederlanden sorgt unter Historikern und Wissenschaftlern für Diskussionen. Die dort gefundenen Überreste könnten zu einem der berühmtesten Soldaten Frankreichs gehören. Oder auch nicht. Diese Unsicherheit treibt die Untersuchung ebenso stark voran wie der Fund selbst.
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Forscher setzen auf DNA-Tests, um die Identität des Skeletts festzustellen, auch wenn die Ergebnisse alles andere als garantiert sind. Wie die BBC berichtet, ist genetisches Material aus so alten Überresten häufig stark zersetzt, und bestätigte Verwandte zum Vergleich sind schwer zu ermitteln.
Das bedeutet, dass selbst eine detaillierte Analyse möglicherweise kein endgültiges Ergebnis liefert.
Der Fall hat auch deshalb Aufmerksamkeit erregt, weil über die Umstände von d’Artagnans Tod berichtet wird. Historische Quellen beschreiben einen tödlichen Muskettenschuss in den Hals während der Belagerung von Maastricht im Jahr 1673 – ein Detail, das die Ermittler zusammen mit den physischen Beweisen berücksichtigen.
Einige Experten mahnen jedoch früh zur Vorsicht. Die Bedingungen auf dem Schlachtfeld sowie spätere Umbettungen von Leichen waren im Europa des 17. Jahrhunderts nicht ungewöhnlich, was die Zuordnung von Überresten zu bestimmten Personen erschwert.
Die Spuren deuten
Das Skelett wurde in der Kirche St. Peter und Paul entdeckt, in einem Bereich, in dem sich einst ein Altar befand, wie die BBC berichtet. Der Ort wird seit Langem mit der Annahme in Verbindung gebracht, dass der französische Offizier dort nach der Belagerung beigesetzt wurde.
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Der Diakon Jos Valke, der die Ausgrabung aufmerksam verfolgt hat, beschrieb den Moment der Entdeckung: „Wir verstummten, als wir den ersten Knochen fanden.“
Er verweist auf mehrere Aspekte, die seiner Ansicht nach für die Identifizierung sprechen. Die Bestattung erfolgte in geweihter Erde, und am Fundort wurde eine Musketenkugel entdeckt. Bei einem weiteren Fund wurde zudem eine Münze aus dem Jahr 1660 im Grab gefunden.
Valke vermutet, dass die Münze mit einem Bischof in Verbindung steht, der dem Hof Ludwigs XIV. nahestand, doch Archäologen weisen darauf hin, dass solche Gegenstände weit verbreitet sein können und für sich genommen keinen eindeutigen Beweis darstellen.
Eine verankerte Geschichte
Die BBC weist darauf hin, dass d’Artagnan zwar eine reale militärische Figur war, seine weltweite Bekanntheit jedoch auf die Romane von Alexandre Dumas zurückgeht, in denen er zusammen mit den fiktiven Drei Musketieren auftritt.
Sollten die Überreste bestätigt werden, würde die Entdeckung einen weithin bekannten Namen an einen konkreten Ort binden. Besucher könnten dann auf ein Grab zeigen statt auf eine Buchseite.
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Derzeit arbeiten die Forscher mit Proben und Archiven, um aus den hinterlassenen Fragmenten ein Leben zu rekonstruieren.
Quellen: BBC