Startseite Gesundheit Die frühen Anzeichen eines seltenen Krebses, die viele Menschen übersehen

Die frühen Anzeichen eines seltenen Krebses, die viele Menschen übersehen

Doctor holding anatomical model of human liver in his hand and directs by stethoscope
Shutterstock

Ein wenig bekannter Krebs, der die Gallengänge betrifft, rückt zunehmend in den Fokus von Fachärzten, da die Zahl der gemeldeten Fälle in den letzten Jahren gestiegen ist. Obwohl die Krankheit selten ist, sagen Ärzte, dass sie besonders gefährlich sein kann, weil ihre frühesten Symptome leicht übersehen werden. Einige der ersten Anzeichen können sich in alltäglichen Routinen zeigen, darunter auffällige Veränderungen der Stuhl- oder Urinfarbe beim Toilettengang.

Gerade lesen andere

Das Cholangiokarzinom, häufig als Gallengangskrebs bezeichnet, entwickelt sich in den schmalen Röhren, die die Galle von der Leber zur Gallenblase und zum Dünndarm transportieren. Laut der Mayo Clinic betrifft die Krankheit meist Erwachsene über 50 Jahre, obwohl sie auch früher auftreten kann.

Berichten des spanischen Mediums el Economista zufolge macht die Krebsart etwa 2 Prozent der diagnostizierten Krebsfälle in Spanien aus, ist jedoch für rund 3 Prozent der krebsbedingten Todesfälle verantwortlich. Dieses Ungleichgewicht zeigt, wie schwerwiegend die Krankheit werden kann, wenn sie erst spät entdeckt wird.

Ein Grund, warum die Krankheit schwer zu erkennen ist, liegt darin, dass die frühen Symptome oft subtil sind oder gewöhnlichen Verdauungsproblemen ähneln. Gastroenterologen sagen, dass einige der ersten Warnzeichen auftreten, wenn die Galle nicht mehr normal durch die Gallengänge fließen kann.

Wenn das geschieht, kann der Stuhl ungewöhnlich hell werden, während der Urin dunkler als gewöhnlich wird. Diese Veränderung tritt auf, weil sich Gallenpigmente, die normalerweise bei der Fettverdauung helfen, im Körper ansammeln, anstatt in den Verdauungstrakt zu gelangen.

Symptome über die Verdauung hinaus

Mit fortschreitender Erkrankung können zusätzliche Symptome auftreten, die über das Verdauungssystem hinausgehen.

Lesen Sie auch

Eine Gelbfärbung der Haut und der Augen, bekannt als Gelbsucht, gehört zu den auffälligsten Warnzeichen für Erkrankungen der Gallengänge.

Patienten können außerdem anhaltenden Juckreiz, unerklärliche Müdigkeit oder Beschwerden unter der rechten Seite des Brustkorbs verspüren. Auch ein unbeabsichtigter Gewichtsverlust kann auftreten.

Weitere mögliche Symptome sind Fieber und nächtliche Schweißausbrüche. Da diese Warnzeichen nicht ausschließlich für das Cholangiokarzinom typisch sind, sagen Fachleute, dass die Krankheit häufig erst diagnostiziert wird, wenn sie bereits fortgeschritten ist.

Ärzte raten dazu, eine medizinische Abklärung zu suchen, wenn diese Symptome anhalten, insbesondere bei Menschen mit bestehenden Erkrankungen der Leber oder der Gallengänge.

Wer gefährdet ist

Forscher untersuchen weiterhin, was die Krankheit auslöst. Die Mayo Clinic erklärt, dass sich ein Cholangiokarzinom entwickelt, wenn Mutationen ein abnormales Zellwachstum in den Gallengängen verursachen und schließlich Tumoren entstehen.

Lesen Sie auch

Bestimmte Erkrankungen können die Wahrscheinlichkeit erhöhen, an dieser Krebsart zu erkranken. Dazu gehören primär sklerosierende Cholangitis, chronische Lebererkrankungen sowie strukturelle Fehlbildungen der Gallengänge, die von Geburt an vorhanden sind.

Auch Lebensstil- und Umweltfaktoren können eine Rolle spielen. Rauchen, Diabetes und erbliche genetische Erkrankungen sind mit einem höheren Risiko verbunden, während Infektionen durch Leberparasiten in Teilen Südostasiens mit der Krankheit in Verbindung gebracht wurden.

Die Behandlungsmöglichkeiten hängen davon ab, wie früh der Krebs entdeckt wird. Eine Operation zur Entfernung des Tumors bietet die beste Chance auf Kontrolle, wenn sie möglich ist, während fortgeschrittene Fälle eine Lebertransplantation, Chemotherapie, Strahlentherapie oder Immuntherapie erfordern können.

Da die Diagnose häufig erst spät gestellt wird, bleibt die Behandlung des Cholangiokarzinoms eine Herausforderung.

Quellen: el Economista, Mayo Clinic.

Lesen Sie auch