Psychologe: Die Trauer von Kindern über den Verlust von Haustieren muss ernst genommen werden

Geschrieben von Rikki Jürgensen

Foto: Agria
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Viele Eltern sind unsicher, wie sehr ihr Kind einbezogen werden sollte, wenn das Leben eines Haustieres zu Ende geht. Wie viel versteht das Kind vom Tod? Sollte das Kind bei der Einschläferung anwesend sein? Und wie kann man seinem Kind am besten helfen, seine Trauer zu verarbeiten? Agria Tierversicherung hat ein Online-Traueruniversum mit Anleitungen für Eltern und Kinder geschaffen, die ein Haustier in seiner letzten Lebensphase haben oder um ein Haustier trauern, das verstorben ist.

In vielen dänischen Haushalten leben Kinder und Tiere Seite an Seite als Teil der Familie. Doch die Lebensdauer von Haustieren ist kurz, und der Verlust kann oft die erste Begegnung eines Kindes mit dem Tod sein. Die Trauer von Kindern sollte ernst genommen und nicht bagatellisiert werden, meint der Psychologe:

"Kinder knüpfen emotional an ihre Haustiere genauso wie an andere Familienmitglieder an. In einigen Fällen kann ein Kind sogar besonders an das Tier gebunden sein. Gleichzeitig fällt es jüngeren Kindern schwer, den Unterschied zwischen Leben und Tod und die Endgültigkeit des Todes zu verstehen. Es ist ein allmählicher Entwicklungsprozess zu verstehen, was es bedeutet, tot zu sein. Daher ist es wichtig, die natürliche Trauer des Kindes nicht zu übersehen, wenn das Tier nicht mehr Teil der Familie ist," erklärt Kristine Jensen de López, die Professorin für Entwicklungspsychologie und Teil des Zentrums für Mensch-Tier-Psychologie an der Universität Aalborg ist. Sie fügt hinzu:

"Trauer ist die Reaktion auf den Verlust von jemandem, den man liebt. Entgegen dem, was viele vielleicht denken, gibt es emotional keinen großen Unterschied, ob es ein Mensch oder ein Tier ist, um das man trauert. Die meisten Kinder werden sich innerhalb einiger Jahre an den Verlust eines Familienmitglieds – egal ob das Familienmitglied zwei oder vier Beine hat - anpassen. Aber einige Kinder könnten Schwierigkeiten mit dem Trauerprozess haben, was zu sozialen und emotionalen Problemen führen kann," betont sie.

Fakten: So helfen Sie Ihrem Kind im Trauerprozess

  1. Über die Trauer sprechen: Gespräche über Trauer helfen dem Kind, seine Gefühle über das Geschehene in Worte zu fassen. Dies kann ihnen helfen zu verstehen, dass Trauer ein natürliches Gefühl ist, und die Problematisierung dieser Gefühle verhindern.

  2. Gute Erinnerungen teilen: Es ist gut für das Kind, über das verstorbene Tier zu sprechen. Teilen Sie Geschichten über den Tag, an dem Sie das Tier bekommen haben, über lustige Erlebnisse und über seine Persönlichkeit und besonderen Eigenschaften.

  3. Etwas zur Erinnerung an das Tier behalten: Das Kind möchte vielleicht etwas behalten, das dem Tier gehörte, wie zum Beispiel einen Fressnapf, ein Bett oder ein Halsband. Solche physischen Erinnerungen an das Tier können eine Stütze für das Kind im Trauerprozess sein.

  4. Eine Gedenkfeier abhalten: Eine gemeinsame Aktivität im Trauerprozess der Familie kann sein, eine Gedenkfeier abzuhalten. Planen Sie gemeinsam, wie die Zeremonie ablaufen soll, und respektieren Sie es, wenn das Kind nicht teilnehmen möchte.

  5. Eine "Rückendeckung" bei der Einschläferung: Wenn das Kind bei der Einschläferung teilnimmt, ist es eine gute Idee, ein Familienmitglied oder einen engen Freund des Kindes bereitzuhalten, der bereit ist, einen Spaziergang zu machen oder sich um das Kind zu kümmern, falls alles plötzlich zu überwältigend wird. So können die Eltern beim Tier bleiben, während ein anderer Erwachsener sich um das Kind kümmert.

  6. Die Wünsche des Kindes respektieren: Lassen Sie das Kind selbst entscheiden, wie sehr es am Einschläferungsprozess oder anderen trauerbezogenen Aktivitäten teilnehmen möchte.