Eine neue Untersuchung zieht eine finanzielle Verbindung von einem luxuriösen Anwesen am Schwarzen Meer, das seit Langem mit Wladimir Putin in Verbindung gebracht wird, zu Stiftungen, die Alina Kabajewa zugerechnet werden.
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Nach Angaben von Korruptionsbekämpfern sollen überschüssige Millionen aus dem Palastprojekt auf Konten umgeleitet worden sein, die mit der ehemaligen Olympiaturnerin verbunden sind.
Putins Palast
Meduza berichtet, dass die von dem verstorbenen Oppositionsführer Alexei Nawalny gegründete Antikorruptionsstiftung FBK Bankunterlagen im Zusammenhang mit dem Unternehmen hinter der Residenz mit dem Namen „Putins Palast“ untersucht hat.
Der Luxuskomplex nahe Gelendschik im Süden Russlands wurde erstmals 2021 von Nawalnys Team öffentlich gemacht.
Putin und Kremlsprecher Dmitri Peskow haben wiederholt bestritten, dass das Anwesen dem russischen Präsidenten gehört.
Überschüssige Mittel
Das mit dem Bau beauftragte Unternehmen Investitsionnye Reshenia (Investment Solutions) soll das Projekt 2023 mit einem Restbetrag von 6,5 Milliarden Rubel abgeschlossen haben, was nach heutigem Kurs rund 77 Millionen Euro entspricht.
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Nach Angaben der FBK wurden fast die Hälfte dieser Summe, drei Milliarden Rubel (etwa 36 Millionen Euro), an die Alina-Kabajewa-Wohltätigkeitsstiftung überwiesen.
Von den Ermittlern geprüfte öffentliche Unterlagen zeigen, dass sich die wohltätigen Ausgaben der Stiftung auf lediglich mehrere zehn Millionen Rubel beliefen, unter anderem für die Unterstützung von Sportlerinnen, ein Festival für Rhythmische Sportgymnastik und die Restaurierung einer Kirche auf der Krim.
Ein Großteil der verbleibenden Gelder soll auf verzinsten Festgeldkonten angelegt worden sein.
Himmlische Gnade
Die restlichen 3,5 Milliarden Rubel (rund 41 Millionen Euro) sollen an eine weitere mit Kabajewa verbundene Organisation namens Nebesnaya Gratsiya (Himmlische Gnade) geflossen sein, die sich auf Rhythmische Sportgymnastik konzentriert.
Laut FBK zeigen Ausgabenberichte, dass mehr als 30 Millionen Rubel bei der Peterhof Imperial Factory ausgegeben wurden, einem Luxusuhrenhersteller, der Putin zugeschrieben wird.
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Die Stiftung finanzierte zudem Trainingslager für Gymnastinnen in Waldai nahe einer Residenz, die Putin in der Region Nowgorod zugeschrieben wird.
Die Untersuchung behauptet weiter, dass der Großteil der an Nebesnaya Gratsiya überwiesenen Gelder auf Festgeldkonten angelegt wurde, die allein im Jahr 2024 Zinsen in Höhe von 435 Millionen Rubel eingebracht haben sollen.
Eine unmittelbare öffentliche Reaktion des Kremls oder von Kabajewa auf die jüngsten Vorwürfe liegt nicht vor.
Quellen: Meduza, Antikorruptionsstiftung (FBK), Digi24